Angespielt: Medal of Honor - Krieg am Hindukusch

Harte Konkurrenz oder doch nur ein Abklatsch von "Call of Duty"? Über "Medal of Honor" wurde im Vorfeld der Veröffentlichung viel gesprochen. Das liegt einerseits am Millionen teuren Marketing von Electronic Arts, aber auch am noch unverbrauchten Szenario.

In diesem Testbericht wollen wir klären, ob es "Medal of Honor" mit "Call of Duty" aufnehmen kann, oder ob Electronic Arts wie die internationalen Streitkräfte auch, am Hindukusch scheitern.


Tolles Szenario, keine Story
Als Elitesoldat macht man sich auf nach Afghanistan um gegen die Taliban zu kämpfen. Man ist Mitglied der Spezialeinheit Tier 1, die für besonders knifflige Aufträge herangezogen wird. Als kleine Truppe schlägt man sich durch die wunderschönen Gebirgslandschaften von Afghanistan, durch bedrohlich wirkende Dörfer und durch dunkle Höhle.

Nach über 11 Jahren wagt sich Electronic Arts mit "Medal of Honor" also auf neues Terrain. Das Szenario kann definitiv begeistern und besitzt viel Potential. Man ist also als Elitesoldat auf der Jagd nach Taliban. Und weiter? Genau da liegt das Problem. Viel mehr gibt es da nicht zu wissen. Eine zusammenhängende Geschichte, die auf einen Höhepunkt hinausläuft, lässt sich nicht erkennen.

Medal of Honor - Launch Trailer (HD-Version)

Immerhin bekommt man vor den einzelnen Einsätze gut inszenierte Zwischensequenzen präsentiert, die den Spieler in die aktuelle Lage einweihen. So muss man beispielsweise in der ersten Mission einen afganischen Informanten befreien, bei dem noch nicht ganz klar ist, ob er das Team nun in eine Falle geführt hat, oder ob er ebenfalls ein Opfer ist.

Im Endeffekt laufen die Einsätze immer auf das gleiche Ziel hinaus: Taliban töten. Was für die Soldaten am Hindukusch ein Problem ist, wird dem Spieler sehr einfach gemacht - die Erkennung der Feinde. Im Prinzip kann alles abgeschossen werden, was mit Bart und der typischen Kleidung durch die Landschaft läuft. Seltene Ausnahmen stellen die Bauern und Ziegenhirten dar.


Trotz des gleichbleibenden Ziels haben sich die Entwickler aus dem Hause Danger Close Mühe gegeben, den Ablauf abwechslungsreich zu gestalten. So ist man in Dörfern, Höhlen, festungsartigen Anlagen in den Bergen und vielen weiteren Orten unterwegs. Je nach Situation bewegt man sich zu Fuß, mit dem Hubschrauber oder sogar einen Quad fort.

Leider versuchen die Macher von "Medal of Honor" ihr Spiel unnötig in die Länge zu ziehen. Oftmals klemmt man sich hinter ein Maschinengewehr und muss alles erledigen, was auf die eigene Stellung zugerannt kommt. Es gibt Stellen im Spiel, da schießt man knapp 10 Minuten ohne Unterbrechung und Abwechslung.

Diesen Moorhuhn-Effekt gibt es leider ziemlich häufig. Erschwerend kommt hinzu, dass es keine Möglichkeit gibt, zwischenzuspeichern. Das Spiel gibt festgelegte Kontrollpunkte vor, an denen der Spielstand automatisch gesichert wird. Liegt dieser am Ende einer langen Schießerei und man segnet kurz vor Abschluss das Zeitliche, kommt schnell Frust auf.

Medal of Honor - 10 Minuten Singleplayer-Gameplay (HD-Version)

Trotz dieser Kritikpunkte ist die Kampagne von "Medal of Honor" nicht "schlecht". Man bekommt zumindest optisch viel Abwechslung geboten. Da man derartige Landschaften bislang in keinem anderen Shooter gesehen hat, bleibt man auch dran und bringt das Spiel zu Ende. Doch sehr lange benötigt man dafür nicht. Erfahrene Shooter-Spieler werden nach gut fünf Stunden die letzte Mission absolviert haben.

Etwas ernüchternd ist die Tatsache, dass es kein Finale gibt. Die letzte Mission stellt nichts Außergewöhnliches dar. Plötzlich hat man "Medal of Honor" durchgespielt. Eine Belohnung für diese Leistung gibt es ebenso wenig. Immerhin kann es mir als Redakteur nicht passieren, dass ich zu viel von der Story verrate...

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum "Medal of Honor" aus technischer Sicht Nachholbedarf hat.
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Hey ein neuer Teil von Call of Duy!?! Oh, ist ja gar nicht Call of Duty. Ich dachte schon... sieht nämlich genau so aus!
 
@Devils Child: Mhh... weiss nicht was du siehst, aber den Unterschied von Dx9 (CoD) zu Dx11 bei MoH sollte man schon erkennen können.
 
@knuprecht: Selbst als Programmierer fallen mir keine weltbewegenden unterschiede ab DX10 auf. Crysis zum Beispiel kann man nur mit DX10 auf Ultra High spielen. Man kann aber auch per Änderung im Script auf Ultra High spielen, mit DX9. Und da sieht man, dass DX9 und 10 eben identisch aussehen. Höchstens 2-3% Performanceunterschied, aber das wars dann auch.
 
@Devils Child: Es kommt immer auf das Spiel drauf an was es überhaupt für Filter und Funktionen aus den entsprechenden Direct3D-APIs verwendet. Wenn ein Spiel eben von Direct3D 10 nur ein paar "unscheinbar" klingende Filter nutzt, wobei das Ergebnis optisch kaum Unterschiede macht, unter der Haube aber trotzdem schneller ist - dann wirst selbst du mit Programmier-Kenntnissen kein Unterschied merken.
 
@knuprecht: Ich hab selbst schon den Unterschied gesehen. Unzwar das CoD auf Niedrig um Welten besser aussieht als MoH auf höchster Stufe.


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