Cloud-Gaming-Dienst Onlive nach Start in der Kritik

PC-Spiele Am vergangenen Freitag hat in den USA der Cloud-Gaming-Dienst Onlive seine Pforten geöffnet. Er verspricht die Nutzung moderner Spiele auf veralteten Rechnern, indem das Spiel einfach als Videostream zum Nutzer gelangt.

Zahlreiche US-Medien berichten nun über ihre Erfahrungen mit Onlive und ziehen anschließend ein durchwachsenes Fazit. Zwar hält der Dienst was er verspricht, allerdings müssen dafür auch die Rahmenbedingungen stimmen. Der Nutzer muss geografisch gesehen in der Nähe eines der Onlive-Rechenzentren sein, damit die Verzögerung beim Spielen nicht zu groß wird. Ist das nicht gegeben, hat man mit den aus Multiplayer-Spielen bekannten Lags zu kämpfen.


Zudem kritisieren die Tester die Nutzungsbedingungen. Die Betreiber behalten sich das Recht vor, einen Account zu löschen, falls dieser mehr als 12 Monate nicht genutzt und bezahlt wurde. Die darüber erworbenen Spiele sind dann zusammen mit Speicherständen und anderen persönlichen Daten verschwunden.

Mit den Preisen der Spiele sind die Tester auch nicht zufrieden. Beispielsweise soll "Splinter Cell Conviction" stolze 60 US-Dollar kosten, während es im Einzelhandel bereits für unter 50 US-Dollar zu haben ist. Selbst ältere Spiele wie "Borderlands" kosten noch immer 30 US-Dollar. Alternativ kann man sie für fünf Tage gegen eine Gebühr von 9 US-Dollar mieten.


Onlive ist im ersten Jahr komplett kostenlos, anschließend werden monatlich knapp 5 US-Dollar fällig. Anfangs war von 15 US-Dollar die Rede, doch diese Meldungen haben sich nicht bewahrheitet.

Die meisten Tester kommen zu dem Ergebnis, dass Onlive sehr viel Potential hat, doch an der Umsetzung muss noch gearbeitet werden. Sobald man die Verbindungsprobleme in den Griff bekommen hat und die Preise für die Spiele etwas senkt, kann Onlive durchaus als Alternative zum klassischen Gaming betrachtet werden.
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Ein interessantes Konzept. Doch leider wird es an der Preispolitik scheitern. Ein Spiel, was im Handel 50 US$ kostet und auf dem heimischen PC viel performanter läuft, wird sich wohl kaum ein Kunde "in der Cloud" mieten.
 
@Kobold-HH: Der Sinn ist ja, dass du dann eben nicht mehr hunderte Euro in Gaming-Hardware stecken musst. Für 50$ wird das Spiel ja nicht in der Cloud gemietet, sondern ein Nutzungsrecht gekauft, wie auf deinem PC. Aber das es an der Preispolitik hakt, da gebe ich dir recht.
 
@satyris: Allerdings kannst du das Spiel wenn du es zuhause liegen hast wieder verkaufen. Wenn es nur in der Cloud liegt ist da nichts mit.
 
@satyris: Ich kenne so etwas von der Anwendung "Citrix". Da läuft die Applikation auf dem Firmenserver und Citrix übermittelt nur das Bild. Bei Officeanwendungen kenne ich es seit langem. Aber Shooter-Spiele? Die Lag-Problematik wurde ja oben schon angesprochen. Ich glaube nicht, dass dies Zukunft hat. Aber bei Spielen wie "Anno xxx" könnte das klappen.
 
@nkler: Du KANNST es weiterverkaufen. Allerdings ist das den Softwarehäusern ja schon lange ein Dorn im Auge und sie versuchen es durch das Binden der Lizenz an einen User-Account zu unterbinden. Für die Softwarehäuser wäre Onlive also ein schöner Schritt.


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