EU fordert mehr Privatsphäre bei der Suche im Netz

Internet & Webdienste Die Europäische Union hat die Internetkonzerne Microsoft, Google und Yahoo in dieser Woche aufgefordert, ihre Suchmaschinen endlich den Richtlinien für den Schutz der Privatsphäre der Nutzer anzupassen. Bisher hält keiner der drei großen Anbieter die EU-Direktive ein, welche den Firmen vorschreibt, die bei ihren Suchmaschinen gesammelten Nutzerdaten nach sechs Monaten zu anonymisieren. Microsoft anonymisiert die Daten der Bing-User zwar nach sechs Monaten, hält aber bestimmte Cookie-Informationen für 18 Monate vor.

Der Marktführer Google speichert die Daten seiner Nutzer nach Angaben der EU derzeit neun Monate. Yahoo hingegen anonymisiert die Nutzerdaten bereits nach 90 Tagen, entfernt dabei jedoch lediglich die letzten Stellen der IP-Adresse, was der EU nicht ausreicht.

In einem Brief an Microsoft kritisierte der Vorsitzende der Datenschutzkommission der EU, dass das Unternehmen die Cookies unregistrierter Suchmaschinennutzer 18 Monate speichert, weil man damit trotz Löschung der IP-Adresse noch in der Lage sei, die Suchmaschinenanfragen einzelnen Nutzern zuzuordnen.

Microsoft erklärte in einer Stellungnahme gegenüber 'SeattlePI.com', dass man wie geplant und von der EU gefordert, alle IP-Adressen nach sechs Monaten lösche. Zu der Kritik der Datenschutzkommission bezüglich des Umgangs mit Cookie-Informationen äußerte Microsoft sich aber nicht. Stattdessen forderte das Unternehmen, dass die EU ihre Vorgaben besonders gegenüber dem Marktführer Google durchsetzen müsse. In einigen Ländern Europas hat Google rund 95 Prozent Marktanteil.
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