Office 2010: Gratis-Version gegen Google & Piraten

Office Für Microsoft ist die bevorstehende Einführung der kostenlosen so genannten Office Web Apps im Zuge des Marktstarts von Office 2010 vor allem eine Chance, neue Kunden zu gewinnen. Es geht angeblich nicht nur darum, Google die Stirn zu bieten. Google bietet bereits seit einiger Zeit simple Lösungen zur Textbearbeitung und Tabellenkalkulation im Web an, die von Privatanwendern kostenlos genutzt werden können. Mit den ebenfalls kostenlosen Office Web Apps will Microsoft dem nun etwas entgegen setzen, um seine Kunden zu halten, andererseits aber auch neue Zielgruppen zu erobern.

Wie Stephen Elop, Chef der für Office zuständigen Microsoft Business Division, gegenüber der 'Seattle Times' erklärte, sieht man die Web-Version von Office als Möglichkeit, zahlreiche Nutzer anzuziehen, die bisher nicht mit dem Büropaket arbeiten. Außerdem hat man laut Elop Anwender ins Visier genommen, die bisher entweder illegale Kopien oder stark veraltete Versionen von Office einsetzen.

So sollen von den weltweit rund 500 Millionen Office-Nutzern viele noch mit dem alten Office 2003 arbeiten. Außerdem haben nach Einschätzung von Microsoft nur die Hälfte der Nutzer überhaupt für das Büropaket bezahlt, während ein Großteil illegale Versionen einsetzt. Den Redmondern geht es jedoch nicht nur um die "Piraten", sondern auch um Anwender, die lieber Googles Online-Office nutzen.

Um gegen Google Docs zu bestehen, sollen die Office Web Apps unter anderem mehr Funktionen bieten und die Inhalte des Nutzers besser darstellen können als der Konkurrent. Chris Capossela, Senior Vice President der Microsoft Business Division, geht nach eigenen Angaben davon aus, dass man weiterhin der Marktführer im Office-Bereich bleiben kann, wenn die kommenden Produkte von hoher Qualität sind und die Kunden positiv ansprechen können.

Um die Nase vorn zu behalten, unternimmt Microsoft neue Anstrengungen. So wurde vor nicht einmal einem Monat mit "Docs for Facebook" eine kostenlose Web-basierte Variate von Office vorgestellt, die Teil des Social-Networking-Dienstes ist. Auch die Erprobung der neuen Office-Version durch zahllose Freiwillige spielt für Microsoft eine wichtige Rolle. Die Office 2010 Beta wurde nach Angaben des Unternehmens bereits mehr als sieben Millionen Mal heruntergeladen.

Microsoft will heute mit dem Vertrieb von Office 2010 an Firmenkunden beginnen. Zu einem bisher nicht genannten Termin im Juni soll dann der Verkauf der Retail-Versionen anlaufen.
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