Flash-Streit: Jetzt spricht Apple-Chef Steve Jobs
In der anhaltenden Auseinandersetzung um die Platzierung von Adobes Flash-Technologie auf Apples iPhones und iPads hat sich Apple-Chef Steve Jobs jetzt mit einer ausführlicheren Stellungnahme zu Wort gemeldet.
Er wies den Vorwurf Adobes zurück, die Entscheidung gegen Flash sei aus geschäftlichen Überlegungen gefallen, damit die Verkäufe über den AppStore nicht beeinträchtigt werden. "In Wahrheit geht es um technische Fragen", sagte Jobs.
"Adobe behauptet, wir hätten ein proprietäres System und Flash sei offen, das Gegenteil ist aber der Fall", fuhr er fort. Flash sei zu hundert Prozent proprietär und auch die hohe Verbreitung ändere nichts an dem Fakt, dass einzig Adobe die volle Kontrolle über die Technologie hat.
Apple habe ebenfalls viele proprietäre Produkte wie das Betriebssystem für das iPhone und das iPad. "Wir sind aber fest davon überzeugt, dass alle Standards bezüglich des Webs offen sein müssen", erklärte Jobs. Deshalb setze man statt auf Flash auf HTML5, CSS und JavaScript.
Es sei, so der Apple-Chef, auch nicht ganz korrekt, dass den Nutzern ohne Flash eine Vielzahl von Inhalten nicht zur Verfügung stünde. So hatte Adobe behauptet, 75 Prozent der Videos im Netz würden über ihre Technologie ausgeliefert.
"Was sie verschweigen: Fast alle dieser Videos liegen auch im H.264-Format vor", sagte Jobs. Dies gelte sowohl für YouTube, deren Marktanteil bei Online-Videos bei rund 40 Prozent liegt, sowie für viele andere große Inhalte-Anbieter wie Vimeo, Netflix, Facebook usw.
Auch das Argument, dass den Anwendern der Zugang zu den vielen Flash-Spielen und Webseiten, die auf der Technologie aufbauen, verschlossen bliebe, will Jobs so nicht gelten lassen. Im AppStore würden über 50.000 Spiele und Entertainment-Programme bereitstehen, viele von ihnen kostenlos.
Weiterhin wären Flash-Webseiten für iPhone- und iPod-Nutzer auch dann kaum nutzbar, wenn es entsprechende Plugins für die Geräte gäbe, so Jobs weiter. Denn Flash sei für die Nutzung am PC mit einer Maus gemacht. Die zahlreichen, auf solchen Seiten zu findenden Mouse-over-Effekte blieben auf Touch-Geräten unzugänglich. Die meisten Flash-Seiten müssten erst komplett neu geschrieben werden, um sie trotzdem nutzbar zu machen.
Weiterhin zählte Jobs die bekannten technischen Schwierigkeiten auf, die Flash auf mobilen Geräten hervorbringt, und nannte auch Einschränkungen für die Entwickler als Grund, die Technologie nicht auf die Apple-Plattform zu lassen. Sein Fazit: "Vielleicht sollte Adobe den Fokus darauf legen, großartige HTML5-Tools für die Zukunft zu entwickeln und weniger Apple dafür kritisieren, dass wir die Vergangenheit hinter uns lassen."
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