YouTube, Twitter & Facebook nach China umgeleitet

Internet & Webdienste Wer in dieser Woche bekannte Web-Angebote wie YouTube, Twitter und Facebook aufrufen wollte, landete in einigen Fällen auf chinesischen Servern, die der lokalen Zensur unterliegen. Die Gründe dafür sind bislang unklar. Insgesamt sollen 20 bis 30 Websites von der ungewollten Umleitung betroffen gewesen sein, berichtet 'ZDNet'. Laut VeriSign, der für .com-Domains zuständige Verwalter, wurden die Probleme inzwischen beseitigt, die Ursachen dagegen geben weiterhin Rätsel auf. Die Sache nahm am Mittwoch ihren Lauf, als ein Mitarbeiter eines Domain-Name-System-Registrars aus Chile seinen internationalen Kollegen von einem seltsamen Phänomen berichtete.

Einer der wichtigsten DNS-Root-Server, der so genannte "I Root Server" in Schweden, leitete Anfragen nach bestimmten .com-Domains nach China um. Anwender, die von diesem Server die IP-Adresse zur eingegebenen Website erhielten, landeten in China hinter der großen Firewall.

Schnell wurde der Verdacht nach einer chinesischen Manipulation laut, doch ein Sprecher des China Internet Network Information Center (CNNIC) erklärte: "Wir wollen klarstellen, dass CNNIC keine Daten abgefangen oder andere Dinge mit der Mirror-Site des I Root Servers unternommen hat."

Auch die Betreiber des I Root Servers aus Schweden, Netnod Autonomica, wollen für den Vorfall keine Verantwortung übernehmen. "Anfragen, Antworten oder Inhalte der Zone werden bei uns weder abgefangen, gestört, umgeschrieben oder in anderer Weise verändert", schrieb der Chef Kurtis Linqvist.

Der DNS-Service-Provider Neustar hat eine Erklärung parat: "Wir nehmen seit geraumer Zeit an, dass China DNS-Antworten manipuliert. Das ist keine Überraschung. Sie tun das, um sicher zu gehen, dass beispielsweise Surfer in China der Zensur unterworfen werden. Das Problem ist nicht, dass das System falsche Antworten gegeben hat, sondern dass es falsche Antworten an Benutzer außerhalb von China gegeben hat."

Es könnte sich aber auch einfach um einen Fehler handeln, glaubt Danny McPherson von Arbor Networks. Er hält es für möglich, dass ein Konfigurationsfehler im Border-Gateway-Protocol-System eines Internet-Providers vorgelegen hat. "Ich glaube nicht, dass das bewusst gemacht wurde. Der Vorfall ist aber ein Beispiel dafür, wie einfach es ist, diese Art von Informationen zu manipulieren, zu verändern oder über die Grenzen zu verbreiten, innerhalb derer sie eigentlich bleiben sollten."
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