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Freitag, 05. Februar 2010   

Ex-Manager: Microsoft kann nicht mehr innovativ sein

MicrosoftGeht es nach dem früheren Microsoft-Manager Dick Brass ist der Softwarekonzern nicht mehr in der Lage, mit wirklich innovativen Produkten aufzuwarten. Stattdessen habe sich bei Microsoft ein "plumpes" Verhalten breit gemacht.

Brass war bis 2004 bei Microsoft tätig und arbeitete damals unter anderem für das Tablet-PC-Team. In einem Artikel für die 'New York Times' kritisiert er das Unternehmen nun wegen seiner angeblich mangelnden Fähigkeit, weiterhin innovative Produkte auf den Markt zu bringen.

Es sei fraglich, warum Microsoft als bekannteste und reichste Technologiefirma der USA, nicht länger in der Lage sei, "uns die Zukunft zu bringen". Als Beispiele für verpasst Chancen nannte er Tablet-Computer wie das Apple iPad, E-Books wie den Amazon Kindle, Smartphones wie BlackBerry und iPhone, Suchmaschinen wie Google, Musikplattformen wie iTunes und Web-Dienste wie Facebook und Twitter.

Zwar könne Microsoft weiterhin riesige Profite einfahren, doch diese stammen fast ausschließlich aus dem Geschäft mit Windows und Office, die bereits vor Jahrzehnten erstmals auf den Markt kamen. Wie der Autokonzern GM könne sich Microsoft nicht ewig auf seine einst erfolgreichen Produkte verlassen.

Inzwischen sei Microsoft zu einem "plumpen, nicht wettbewerbsfähigen Innovator" geworden, weil das Unternehmen seiner Meinung nach nicht in der Lage ist, systematisch Vorteile aus seinen Neuentwicklungen zu erlangen. Insgesamt funktioniere die Firmenkultur bei Microsoft nicht mehr, so Brass.

Microsoft hat inzwischen auf die Kritik seines ehemaligen Mitarbeiters reagiert. In einem Eintrag im offiziellen Firmenblog erklärte Frank X. Shaw, Corporate Vice President für Corporate Communications, dass es Microsoft nicht darum gehe, Innovationen schnell umzusetzen.

Stattdessen müsse man Neuerungen immer gleich in einem großen Maßstab umsetzen, weil die Produkte von Microsoft von derart vielen Kunden genutzt werden. Unter den bestehenden Bedingungen setze man daher stets auf eine breite Umsetzbarkeit von Innovationen, weil es nicht ausreiche, einfach nur eine gute, großartige oder gar "coole" Idee zu haben.
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Autor Autor: Roland Quandt RSS Feed RSS & ATOM Feeds
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