Netzagentur: Erste Strafen wegen Telefonwerbung

Recht, Politik & EU Die Bundesnetzagentur hat sechs Untersuchungen wegen unerlaubter Telefonwerbung abgeschlossen. Sie verhängte dabei und in drei schon im Dezember beendeten Fällen gegen die Täter Bußgelder in einer Gesamthöhe von 500.000 Euro.

Erstmals habe man somit Verstöße gegen das Verbot der unerlaubten Telefonwerbung und die Missachtung der Rufnummernanzeigepflicht bei Werbeanrufen geahndet, teilte die Bundesnetzagentur mit. Die Basis dafür sind Änderungen des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) und des Telekommunikationsgesetzes (TKG).


Seit deren Inkrafttreten am 4. August 2009 gelten Werbeanrufe ohne Einwilligung des Angerufenen und Werbeanrufe mit unterdrückter Rufnummer als Ordnungswidrigkeiten. Die nun auferlegten Bußgelder wurden sowohl gegen die Auftraggeber der Werbeanrufe als auch gegen die ausführenden Callcenter verhängt, hieß es. In einer weiteren Bußgeldsache wurde das Verfahren aus Mangel an Beweisen eingestellt.

"Das ersichtliche Desinteresse einiger Unternehmen am seit langem gesetzlich bestehenden Verbot unerlaubter Telefonwerbung ist nicht akzeptabel. Die Vorschriften zu telefonischen Werbeanrufen gelten ohne Ausnahme", sagte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur.
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Ich hoffe nur, dass dei Strafgelder so hoch ausfallen, damit diese nicht von vorne herein in die Gewinnkalkulation mit eineplant werden können...
 
@Antiheld: auf jedenfall gut, dass dagegen vorgegangen wird und nicht nur ein "Schein"-Gesetz entstanden ist.
 
Callcenter nutzen Dealer um irgendeine Nummer zu generieren die der Angerufene dann auf seinem Display sieht. Ruft er zurückt, landet er im Nirvana. Es ist nach wie vor sehr schwer diese Machenschaften zu unterbinden, so lange es so viele Lücken gibt Nach wie vor ist es erlaubt Verträge am Telefon abzuschliessen. Man hat zwar ein 2 Wöchiges Kündigungsrecht, aber naja. Es gibt auch die Möglichkeit sich die Verträge zuschicken zu lassen. Das macht man aber sehr ungern, denn in Callcentern will man sofortige Erfolge. Die Bundesregierung hat schärfere Gesetze zu gunsten der Callcenter vermieden. Schließlich konnten die ja mit einer Entlassungswelle drohen. Und bekanntermaßen knickt unsere Bundesregierung bei solchen Argumenten sofort ein.
 
@Sesamstrassentier: Solche Callcenter müssten Verifizier werden. Also genaue Vorschriften die auflisten welche Geräten eingesetz werden dürfen, wie man anrufen darf etc. Danach muss das stichprobenartig überprüft werden. Fällt dann bei dem Überprüfen auf, dass nur ein Gerät abweicht, direkt Unterlassungsklage aussprechen und mit Bußgeld bestrafen. So kann schon mal eingegrenzt werden ob sie mit Cheater-Anlagen telefonieren. Desweiteren muss es doch eine Möglichkeit geben, bestimmte Telefonnummern zu verbieten Rufnummern zu unterdrücken, hier ist der Telefonanbieter gefordert. Warum ein Fall fallen gelassen wurde wegens "Mangel an Beweisen" ist mir unklar, da wir doch VORRATSDATENSPEICHERUNG im Gesetz verankert haben *würg*
 
@Sesamstrassentier: Du sagst es schon richtig, das Hauptproblem ist, dass es nach wie vor möglich ist Verträge am Telefon zu schliessen. So lange das möglich ist werden die Callcenter und deren Auftraggeber schon einen Weg finden diese Anrufe weiter zu tätigen. Im Prinzip wäre es doch schön wenn man den am Telefon geschlossenen Vertrag zugeschickt bekommt (zur Unterschrift), denn dann könnte man einfach nicht unterschreiben und die Sache erledigt sich von selbst.


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