CCC ruft zum Protest gegen ELENA-Verfahren auf

Datenschutz Der Chaos Computer Club (CCC) hat zur Unterstützung einer Petition beim Deutschen Bundestag aufgerufen, die das Ende der Datenspeicherung im Rahmen des ELENA-Verfahrens zum Ziel hat.

Die Petition fordert, dass "die Vorratsspeicherung gemäß dem 6. Abschnitt des Sozialgesetzbuch IV, §§95 ff. (Verfahren des elektronischen Entgeltnachweises) aufgehoben wird".


Im Rahmen des ELENA-Verfahrens sind alle Arbeitgeber in Deutschland verpflichtet, umfangreiche Informationen, insbesondere krankheitsbedingte Fehlzeiten, Abmahnungen, Kündigungsgründe, Elternzeit sowie die Teilnahme an Streiks, aller angestellten Mitarbeiter an eine "Zentrale Speicherstelle" (ZSS) zu übermitteln.

Aus dieser Zentralstelle werden etwa bei Beantragung von Sozialleistungen Informationen abgerufen. Auch neue Arbeitgeber können Einsicht erlangen - allerdings nur wenn der jeweilige Betroffene dem zustimmt. Allerdings dürfte er im Falle einer Weigerung bei der Stellenvergabe schlechtere Chancen haben.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie rechtfertigt dieses für die Unternehmen umständliche und für die betroffenen Arbeitnehmer undurchschaubare Verfahren als "Bürokratieabbau". Zudem werde hier wiederum der Versuch unternommen, die in vielen Bereichen bereits tot geglaubte digitale Signaturkarteninfrastruktur per gesetzlichem Zwang einzuführen, so der CCC.

Die Langzeitspeicherung der monatlich übermittelten Auskünfte programmiert nach Ansicht des Vereins eine missbräuchliche Verwendung bis hin zur Rasterung nach "lästigen" Beschäftigten praktisch vor. Technisch sei die Zugangskontrolle in der Applikation, also auf jedem einzelnen Behördenrechner geregelt, worin der CCC eine "förmliche Einladung zu unbefugtem Ausspähen" sieht. Eine starke Verschlüsselung, die unberechtigten Zugriff wirksam ausschließen würde, gebe es nicht.

Eine Petition fordert nun vom Bundestag, dass "die Vorratsspeicherung gemäß dem 6. Abschnitt des Sozialgesetzbuch IV, §§95 ff. (Verfahren des elektronischen Entgeltnachweises) aufgehoben wird". Der CCC ruft dazu auf, dieses Ansinnen zu unterstützen. Aktuell haben über 3.400 Nutzer gezeichnet.

Weitere Informationen: E-Petition beim Bundestag
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Richtig so. Krankheitstag, Fehlzeiten, Abmahnungen, Kündigungsgründe und Elterzeit gehen nur mich und meinen Arbeitgeber etwas an. Den Staat sicherlich nicht.
 
@>ChaOs: völlig falsch!! Ich find es richtig das der Staat bei der vergabe von Sozialleistungen da auch einblick bekommt da so potentielle schmarotzer ausfindig gemacht werden. Zudem finde ich es gut das zukünftige Arbeitgeber einsicht erhalten sollen da die dann nichtmehr die Katze im Sack kaufen.Gibt nix schlimmeres als Arbeitnehmer die Blaumachen oder Faul sind usw. Ich bin eh für die einführung einer Leistungsgesellschaft...
 
@>ChaOs: da gebe ich dir Recht. Nur ich denke das interessiert beim Staat keinen. Ich denke da wird kein Beamter sitzen und sich Millionen Menschen ansehen, welche Fehltage der hat usw... was sollte das bringen? Was hätte der Staat daovn, wenn er weis du hast z.b. 15 Fehltage...und dann? Was denkst du wird der STAAT dann machen? Dich anschreiben? :) Man kann eh nichts daggegen machen. Da könnt ihr noch soviele Demos, Proteste und Petitionen machen. Kommen wird es so oder so. Wie mit allem, was die Politiker und der Staat entscheiden. Is nun mal so. Auch wenn dann die ganzen Daten vom Staat einsehbar sind, wird mein Leben genauso weitergehen wie all die Jahre die ich arbeiten gehe, glaub mir. :)
 
[re:3] D3vil am 22.01.10 11:15 Uhr
(+42
@Dr-Gimpfen: Und wo kann ich sehen ob mein neuer Arbeitgeber nicht eben so ein Schmarotzer ist? Gehälter nicht zahlt etc? Bitte vorher mal das zwischen deinen Ohren einschalten....
 
@D3vil: solang man nicht grad in der unterschicht arbeitet ist es einen seltenheit das der AG gehälter nicht zahlt.


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