GF100: Erste Details zu Nvidias DirectX-11-Chip
Nach langem Schweigen hat Nvidia die ersten Informationen zur kommenden DirectX-11-fähigen Grafikkarten-Serie veröffentlicht. So erläuterte das Unternehmen im Rahmen der CES in Las Vegas den Aufbau des Grafikchips GF100.
Demnach wird der Chip über vier so genannte Graphics Processing Clusters (GPC) verfügen, die jeweils eine eigene Raster-Engine sowie vier Streaming Multiprocessors (SM) mitbringen. Gemeinsam besitzen die 16 SMs einen 768 Kilobyte großen L2-Cache sowie jeweils einen eigenen 16 Kilobyte großen L1-Cache.
Nvidia setzt erstmals auf den modernen GDDR5-Speicher, der mit 384 Datenleitungen angebunden ist. Zum Vergleich: Die Radeon HD 5870 von AMD besitzt 256 Leitungen und ist dem GF100 von Nvidia damit zumindest in Sachen Speicherbandbreite unterlegen.
Jeder SM besitzt 32 Shader-Einheiten, so genannte CUDA-Kerne. Damit kommt der GF100 auf maximal 512 Kerne. Der noch aktuelle GT200b kommt auf maximal 240 Shader-Einheiten. Weiterhin besitzt jeder SM vier Textureinheiten (TMUs), die laut Nvidia effizienter arbeiten und spezielle DirectX-11-Funktionen unterstützen. Auf den ersten Blick wirkt das etwas schwach, schließlich kam der GT200b noch auf 80 TMUs. Allerdings will Nvidia die Taktfrequenz deutlich erhöhen und damit ein neues Leistungsniveau erreichen.
Mit dem GF100 will Nvidia auch das Antialiasing verbessert haben. Vor allem bei achtfacher Kantenglättung soll eine deutliche Performance-Steigerung im Vergleich zum GT200b zu erkennen sein. Die Bildwiederholrate soll weniger stark einbrechen. Nvidia gibt eine Leistungssteigerung um den Faktor 2,3 an.
Für die DirectX-11-Funktion Tessellation, die geometrische Details von Polygonmodellen verfeinert, sind Tessellation-Engines verantwortlich, die in jedem Streaming Multiprocessor vorhanden sind. Die insgesamt 16 Tessellation-Engines können Daten parallel verarbeiten und sollen dadurch eine sechsmal höhere Leistung erreichen als der RV870 von AMD. Dieser Aussage liegt jedoch ein spezieller für den GF100 ausgewählter Benchmark zu Grunde.
Damit steht der Aufbau des neuen GF100-Chips endlich fest. Nvidia bleibt aber weiterhin konkrete Benchmark-Ergebnisse schuldig. Die wahre Spieleleistung wird man also erst dann ermitteln können, wenn Nvidia erste Testgeräte verschickt. Wann mit dem Marktstart gerechnet werden kann, wollte das Unternehmen nicht angeben. Branchenkenner gehen derzeit von einem Launch im März aus.
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Michael Diestelberg
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