Bester SETI@Home-Unterstützer wurde entlassen

Recht, Politik & EU Die Unterstützung des Distributed Computing-Projekts SETI@home hat für Brad Niesluchowski, den Technikchef der Schulbehörde von Gilbert im US-Bundesstaat Arizona, Konsequenzen.

Er wurde nun entlassen. Die Behörde warf ihm vor, mit dem Einsatz der SETI@home-Software einen Schaden von rund 1 Million Dollar angerichtet zu haben. Das berichtete der lokale Fernsehsender 'KPHO'. Das Programm war auf rund 5.000 Rechnern im Verantwortungsbereich der Schulbehörde im Einsatz.


"Wir unterstützen die wissenschaftliche Ausbildung und hätten wohl bei der Erforschung von Krebs mitgemacht", erklärte Denise Birdwell, Leiterin der Schulbehörde. "Als Bildungs-Institution unterstützen wir aber nicht die Suche nach E.T.", sagte sie weiter.

Wie sie ausführte, sei die SETI@home-Software wohl seit zehn Jahren im Einsatz gewesen und hätte dafür gesorgt, dass die Computer an den Schulen stets ausgelastet waren. Dadurch entstanden zusätzliche Kosten durch den Verschleiß von Hardware und einem erhöhten Energieverbrauch.

Niesluchowskis Unterstützung von SETI@home, einem Projekt zur Suche nach außerirdischen Funksignalen in den Aufzeichnungen eines Radioteleskops, war keine unbedeutende Sache. Er ist die Einzelperson mit den meisten berechneten Paketen überhaupt.

Er selbst äußerte sich bisher nicht öffentlich zu seiner Entlassung. Seine Frau wies dem Fernsehsender gegenüber aber alle Vorwürfe der Schulverwaltung zurück. Demnach habe er von einem früheren Leiter der Institution die Erlaubnis für den Einsatz der Software bekommen. Als Vater von sieben Kindern habe er sich auch nicht selbst ständig intensiv mit dem Projekt beschäftigt.
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Wenn er die sieben Kinder alle selbst produziert hat, wird er auch nicht viel Zeit gehabt haben, sich privat mit dem Projekt zu beschäftigen :-) Aber im Ernst: Ich möchte den Fall nicht entscheiden müssen (wird ja wohl vor einem Arbeitsgericht landen, hoffe ich). Wenn er eigenmächtig gehandelt hat finde ich die Kündigung vollkommen gerechtfertigt. Wenn er aber wirklich von einem früheren Leiter die Erlaubnis hatte (was aber wohl in so einem Fall kaum schriftlich festgehalten wurde) wirds schwieriger. Wobei es mich schon wundert, dass es bisher kaum einen gestört hat, dass die Rechner immer auf Anschlag vor sich hin pusteten, selbst wenn es auf IDLE-Berechnung eingestellt war und nicht all zu sehr beim Arbeiten aus gebremst hat, so werden doch die Lüfter ständig auf Hochtouren gearbeitet haben.
 
@satyris: Ich glaube, die BOINC-Software verhindert, daß der Rechner in den Schlafmodus geht. Jedenfalls war das damals bei Vista so, und deswegen hatte ich die Software auch wieder deinstalliert. Frißt zu viel Strom. Allgemein fand ich die Software, als das Projekt startete, besser. Bei der jetzigen wurde immer der Rechner, wenn auch nur für wenige Sekunden, ausgebremst, egal was ich eingestellt hatte. Und die Berechnung über die GraKa lief auch nicht rund, trotz guter Karte und aktueller Treiber.
 
@satyris: Allgemein sorgt die Software ja dafür, dass die CPU immer voll ausgelastet ist und sich daher nie runtertaktet. Allein dadurch dürfte der Stromverbrauch der Rechner schon ein gutes Stück angestiegen sein und bei 5000 Rechnern kommt da schon einiges zusammen.
 
@satyris: ich habe selbst SETI auf allen meinen Rechnern, geschwindigkeitsmässig man merkt nichts, selbst beim Spielen. Und zu den Lüftern auf Hochtouren: dass die Lüfter geregelt sind ist eher was neues. Bis vor ein paar Jahren liefen die immer @12V und keiner hat sich darüber aufgeregt, vielleicht etwas wegen dem Lärm, aber die Sorgen um die Lebensdauer, wie von vielen hier angedeutet wird, sind ne ganz neue Mode. _____ @Michael41a: nein sie verhindert keinen Standby/Ruhezustand. Ob der Rechner beim Start kurz ausgebremst wird hängt nach meiner Erfahrung vom Projekt ab: bei Rosetta@Home werden beim Start viele Archive entpackt, da ist die Platte nun mal mit beschäftigt, ist aber nur für 1-2 Sekunden. Bei Seti hat man sowas garnicht.
 
[re:4] Link am 03.12.09 10:54 Uhr
(-1
@Chris81: seit wann takten sich die CPUs runter? Und seit wann wird in Schulen neuste Hardware benutzt? Bei uns an der Uni erlaubt man nicht mal den neuen Rechner sich runterzutakten, da die ein falsches Energieprofil gewählt haben.


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