Gefangene im 2. Weltkrieg: Datenbank informiert

Internet & Webdienste Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten hat gestern die weltweit größte Datenbank zu sowjetischen Kriegsgefangenen in deutschem Gewahrsam sowie zu deutschen Gefangenen in der Sowjetunion gestartet. "Diese weltweit einmaligen Datenbänke ermöglichen es Millionen Menschen, die Schicksale ihrer verstorbenen oder vermissten Angehörigen aus Kriegs- und Nachkriegszeiten aufzuklären", sagte die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Sabine von Schorlemer.

In zwei Datenbanken können die Nutzer ab heute selbstständig nach sowjetischen und deutschen Schicksalen im Gefolge des Zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit recherchieren. Die erste Datenbank umfasst rund 700.000 Datensätze zu sowjetischen Kriegsgefangenen im Zweiten Weltkrieg, die zumeist in deutschem Gewahrsam umgekommen sind. Sie ermöglicht zukünftig Millionen ausländischen Bürgerinnen und Bürgern die unmittelbare Suche nach ihren in Deutschland beerdigten oder vermissten Angehörigen.

In einer weiteren Datenbank werden erstmals über 10.000 Namen und Geburtsdaten von deutschen Bürgern veröffentlicht, die von sowjetischen Militärtribunalen während und nach dem Zweiten Weltkrieg verurteilt worden waren und inzwischen von russischer Seite fast vollständig rehabilitiert wurden. Etwa 85 Prozent der enthaltenen Verurteilten oder ihre Angehörigen wissen bislang nichts, teils mehr als 60 Jahre nach der Verurteilung, von der Rehabilitierung, weil ihre aktuellen Adressen unbekannt sind.

Beide Datenbanken liefern Namen, Geburtsort und Geburtsjahr der verzeichneten Personen. Vollständige Informationen zu jeder genannten Person erhalten Familienangehörige dann auf Anfrage bei der Dokumentationsstelle. Für Anfragen von Forschern und sonstigen Interessierten gelten die üblichen Regeln des Datenschutzes, so die Betreiber. Die Datenbanken sind in deutscher und russischer Sprache verfügbar und werden je nach Projektfortschritt in Abständen ständig aktualisiert und erweitert.

Die biografischen Kernangaben der Datenbank über sowjetische Kriegsgefangene wurden im Rahmen des internationalen Projektes "Sowjetische und deutsche Kriegsgefangene und Internierte. Forschungen zum Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit" gewonnen. Die Dokumentationsstelle führt das Projekt im Aufttrag des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des Bundesministeriums des Inneren seit dem Jahr 2000 durch, mit politischer Unterstützung der Regierungen der Russischen Föderation, der Ukraine und der Republik Belarus sowie in Kooperation mit vielen Partnern in diesen Ländern.

Am 18.10.1991 trat das "Gesetz der Russischen Föderation über die Rehabilitierung von Opfern politischer Verfolgung" in Kraft. Auf dessen Grundlage wurden bereits Zehntausende von Strafverfahren von der russischen Hauptmilitärstaatsanwaltschaft überprüft. Zu Unrecht von sowjetischen Organen verurteilte Menschen wurden rehabilitiert.

Die Datenbanken stehen sowohl in russischer als auch in deutscher Sprache zur Verfügung.
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