 Der Outdoor-Ausstatter Jack Wolfskin geht mit einer massiven Abmahnwelle gegen Hobby-Bastler vor, die ihre selbst gemachten Produkte über Online-Plattformen verkaufen.
Auf den Artikeln finden sich jeweils Pfotenabrücke wieder. Entfernt ist also eine Ähnlichkeit zum Logo der Jack Wolfskin-Kette - dem Abdruck einer Wolfstatze - zu erkennen. Im Visier finden sich hauptsächlich Anbieter auf dem Handarbeits-Portal Dawanda wieder.
Die Abmahnungen werden jeweils auf einen Streitwert zwischen 20.000 und 25.000 Euro beziffert. Daraus errechnen sich Anwaltsgebühren in Höhe von 850 bis 1.000 Euro für jeden, der beispielsweise ein Kissen mit aufgedruckten oder -genähten Katzenpfoten anbietet.
Binnen drei Wochen sollen die Betroffenen den Betrag überweisen. Eine Woche vorher soll bereits die unterschriebene Unterlassungserklärung bei der Kanzlei Harmsen Utescher eingehen. Ansonsten drohen die Anwälte mit gerichtlichen Schritten ohne weitere Vorankündigung.
Zwar ist durchaus fraglich, ob sich der Outdoor-Konzern vor Gericht durchsetzen würde, allein die Drohung genügt aber in der Regel. Immerhin sind die Empfänger der Abmahnungen fast immer einfache Hobby-Bastler, die das hohe Kostenrisiko eines Gerichtsverfahrens nicht tragen können.
Allerdings scheint das rabiate Vorgehen dem Unternehmen abseits der juristischen Seite auf die Füße zu fallen. Die Abmahnungen führten inzwischen bereits zu zahlreichen empörten Blog-Beiträgen. Welch großen öffentlichen Druck dies erzeugen kann, musste kürzlich erst der Sportartikel-Hersteller Jako einsehen, als er mit harten juristischen Maßnahmen gegen einen Blogger vorgehen wollte.
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