AK Zensur: "Netzsperren-Gesetz sofort abschaffen!"

Recht, Politik & EU Anlässlich der aktuellen Koalitionsverhandlungen fordern die im "Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur" zusammengeschlossenen Bürgerrechtler, das so genannte Zugangserschwerungsgesetz umgehend abzuschaffen.

Insbesondere die FDP müsse die Rücknahme des Gesetzes zur Bedingung für einen Koalitionsvertrag machen, hieß es in einer Stellungnahme. "Die FDP ist jetzt nach der Wahl in der Pflicht, ihr Wahlversprechen einzuhalten und das demokratiegefährdende Zugangserschwerungsgesetz zurückzunehmen", sagte Lutz Donnerhacke vom AK Zensur. "Daran muss die FDP festhalten, wenn sie sich in Sachen Bürgerrechte als glaubwürdig erweisen will."


Die Bürgerrechtler wiesen darauf hin, dass die FDP in ihrem Wahlprogramm ausführte: "Unmittelbar nach der Wahl wollen wir die unnötigen und unwirksamen Internet-Zensurmaßnahmen beenden." Auch die Position des FDP-Bundesparteitags sei eindeutig: "Die FDP lehnt die Sperrung von Webseiten mittels vom Bundeskriminalamt geführter verpflichtender Sperrlisten ab", laute ein Beschluss vom Mai 2009.

Hohe Erwartungen setze der Arbeitskreis auch in die Bürgerrechtler innerhalb der FDP, wie Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Max Stadler und den Bundesvorsitzenden der Jungen Liberalen, Johannes Vogel, die die Zurücknahme des Zugangserschwerungsgesetzes im Wahlkampf zur Koalitionsbedingung erklärt hatten.

"Für den Fall, dass die FDP es nicht schafft, ihr Wahlversprechen umzusetzen, bereitet der Arbeitskreis bereits eine Verfassungsbeschwerde vor", so Franziska Heine, die die Online-Petition gegen die Internetsperren initiiert hatte.
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Hm, wage zu bezweifeln, ob die FDP wegen so einer "Kleinigkeit" einen Koalitionsvertrag platzen lassen würde... die FDP-Sachsen hat sich auch für die Wahrung der Bürgerrechte stark gemacht (im Wahlkampf), kurze Zeit später wurde der Koalitionsvertrag abgesegnet, der die Ausweitung der Telefonbespitzelung auch auf Online-Telefonie beschlossen hat. Das Zugangserschwerungsgesetz ist doch in Artikel 4 Absatz 3 in seiner Wirkung bis zum 31.12.2012 beschränkt und wird dann (sofern keine Verlängerung genehmigt wird) automatisch ungültig. Zur nächsten Bundestagswahl kann die FDP wohl in jedem Fall sagen: "Wir haben unser Versprechen gehalten". "Unmittelbar nach der Wahl" ist sicher nirgendswo definiert. Das kann 2009 sein oder eben 2012, hauptsache noch innerhalb der Legislaturperiode. In der aktuellen Fassung stört mich das Gesetz nichtmal. Solange es nicht auf andere Themen ausgeweitet wird wäre mir die Bewältigung anderer Probleme (Wirtschaft, Arbeitsmarkt, etc.) weitaus wichtiger als dieses Gesetz. Ich betone: Solange das Gesetzt nicht ausgeweitet wird!
 
@Tyndal: Für mich persönlich war dieses Gesetzt schon immer nur ein Vorwand. um es sich anderweitig zu nutze machen zu können. Ich denke das hat nicht ohne Grund so einen Aufruhr erzeugt, wenn nicht die meisten glauben würden, das dies nicht nur zur Bekämpfung der Kinderpornographie gedacht ist.
 
@Tyndal: Wenn sie sich nicht wirklich durchsetzen, haben sie bei der nächsten Wahl ,mit Glück 6%. Wenn sie ihre Versprechen einhalten/durchsetzen haben sie bei der nächsten Wahl 20 %. Mal sehen wie es läuft.
 
@Pesten: Aktuell bezieht sich der Gesetzestext nur auf die Kinderpornographie. Fakt ist, dass die CDU in den Raum geworfen hat, dieses Gesetz auch um "Killerspiele" oder "Rechtsextremismus" auszuweiten, aber das ist bisher noch nicht geschehen. Auch ich sehe in diesem Gesetz den Versuch einer "Einstiegsdroge", aber AKTUELL ist eine Ausweitung noch nicht durchgesetzt. @Pegasushunter: Wenn der normale Bürger wählen könnte zwischen "Freiheit im Internet" oder "mehr Geld auf der Bank, stabile Preise und einen sicheren Arbeitsplatz" - für was würde sich der Bürger entscheiden? Wenn dieses Gesetz gekippt wird, erinnert sich in 4 Jahren niemand mehr daran (aus den Augen, aus dem Sinn). Eine Verbesserung der Lebensumstände wäre aber auch in 4 Jahren noch spürbar. Ich denke es ist naiv zu glauben, dass dieses Gesetz ein größerer Wahlgrund ist als ein sicherer Arbeitsplatz. Die FDP hat in Sachsen schon vor der Bundestagswahl medienwirksam gezeigt, dass sie in einer Koalition nicht auf der Durchsetzung der Bürgerrechte besteht, die wenigsten werden bei der Bundestagswahl die FDP wegen der Bürgerrechte gewählt haben, das war höchstens ein angenehmer möglicher Bonus.
 
@Tyndal: Das Wort "Unmittelbar" bedeutet wenn ich zu etwas aufgefortert werde: Ohne schuldhafte Verzögerung.


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