UK: Premier entschuldigt sich postum bei Alan Turing
Der britische Premierminister Gordon Brown hat sich im Namen seiner Regierung offiziell für den Umgang seiner Vorgänger in den 50er Jahren gegenüber dem Informatik-Pionier Alan Turing entschuldigt.
Turing hat mit seiner Arbeit einen wesentlichen Teil der Grundlagen für die heutige Informatik und die Computer-Technologie geschaffen. Berühmt wurde er durch seine maßgebliche Beteiligung am Knacken der Krypto-Codes der deutschen Verschlüsselungs-Maschine Enigma im Zweiten Weltkrieg.
In den 50er Jahren war er wegen seiner Homosexualität der Strafverfolgung durch die britische Justiz ausgesetzt. Er wurde nach einem Verfahren wegen "grober Unzucht und sexueller Perversion, vor die Wahl gestellt, ins Gefängnis zu gehen oder sich einer Hormonbehandlung zu unterziehen, die die Sexualität unterdrücken sollte.
Er entschied sich letztlich für die Hormonspritzen. Diese lösten allerdings Depressionen bei dem Wissenschaftler aus. Zwei Jahre später setzte der damals 41-jährige Turing infolge dessen seinem Leben mit einem Cyanid-vergifteten Apfel ein Ende.
2009 sei für die Briten ein Jahr der Reflexion, teilte Brown nun mit. So erinnerte er an die Landung britischer Truppen in der Normandie vor 65 Jahren. In diesem Zusammenhang müsse auch die Arbeit Turings als wichtiger Beitrag im Kampf gegen die Hitler-Diktatur betont werden.
"Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass die Geschichte des Zweiten Weltkriegs ohne seinen außerordentlichen Beitrag eine gänzlich andere gewesen wäre", so Brown. Dies mache es umso schrecklicher, dass er später auf so inhumane Weise verfolgt wurde, erklärte der Premier.
"Tausende Menschen haben zusammengefunden, um Gerechtigkeit für Alan Turing einzufordern", so Brown, der sich auf eine in diesem Jahr eingereichte Petition berief. Diese wurde vom britischen Programmierer John Graham-Cumming eingereicht und verzeichnet bald sehr viele Unterstützer.
Zwar sei damals alles nach den Gesetzen dieser Zeit abgelaufen und man könne die Uhr nicht zurückdrehen, die Verfolgung sei aber "natürlich äußerst ungerecht" gewesen", sagte Brown und sprach eine offizielle Entschuldigung aus - nicht nur gegenüber Turing, sondern auch tausenden anderen, die Opfer der homophoben Gesetzgebung wurden und den Millionen die wegen ihr in Furcht lebten.
"Ich bin froh, dass diese Tage vorüber sind und diese Regierung in den letzten zwölf Jahren viel getan hat, um der Gemeinde der Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern ein Leben mit mehr Fairness und Gleichheit zu ermöglichen", so Brown.
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