Gratis-Inhalte: Murdoch attackiert britische BBC
James Murdoch, Sohn des Medienmoguls Rupert Murdoch und Chef von der Europa-Sparte dessen Medienkonzerns News Corp., hat den britischen Sender BBC wegen seiner Internet-Strategie scharf angegriffen.
Die BBC ist ein öffentlich-rechtliches Unternehmen und wird vom Staat finanziert. Das Management verfolgt bereits länger die Ansicht, dass die vom Steuerzahler finanzierten Inhalte diesem auch im Internet kostenlos angeboten werden müssen. Daher werden von Nachrichten bis hin zu Konzerten und Videos frei bereitgestellt.
Murdoch sieht darin eine Gefahr für sein eigenes Geschäft. Allerdings schiebt er bei seiner Argumentation gegen das Modell der BBC andere Beweggründe vor. "Die Ausdehnung eines staatlich gesponserten Journalismus ist eine Bedrohung für den Pluralismus und die Unabhängigkeit der Nachrichten-Berichterstattung", sagte er auf dem Edinburgh Television Festival.
"Andere Unternehmen können aufsteigen und fallen, aber die BBC verfügt über garantierte und wachsende Einnahmen", so der Manager. Daher rühre die Dominanz des Senders im britischen Mediengeschäft. Insbesondere in der aktuellen Krise, in der private Medienunternehmen mit sinkenden Werbeeinnahmen zu kämpfen haben, entzieht sich die BBC seiner Ansicht nach dem Wettbewerb.
Der Ärger kommt nicht von ungefähr. Immerhin wies der britische Pay-TV-Sender Sky, eine Tochter der News Corp., im letzten Jahr einen Verlust von 2,3 Milliarden Euro aus.
Die freie Bereitstellung von Inhalten durch die BBC mache es privatwirtschaftlichen Unternehmen sehr schwer, eigene Inhalte im Internet kostenpflichtig zu vermarkten. Nach Ansicht Murdochs sei es für den Web-Journalismus perspektivisch aber zwingend notwendig, einen Preis für hochwertige Informationen verlangen zu können.
Eine vergleichbare Auseinandersetzung gab es vor einiger Zeit auch in Deutschland. Auch hier setzten sich Privatunternehmen - letztlich zu einem gewissen Grad mit Erfolg - dafür ein, dass ARD und ZDF ihre gebührenfinanzierten Inhalte nicht uneingeschränkt im Internet bereitstellen dürfen.
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Christian Kahle
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