Studie: Media-Multitasking eher schädlich als nützlich
Die Erledigung mehrerer Aufgaben am Computer oder anderen elektronischen Geräten zur gleichen Zeit - das so genannte Multitasking - führt nach den Ergebnissen einer neuen Studie nicht zu einer schnelleren Erledigung der verschiedenen Aufgaben.
Forscher der US-Eliteuniversität Stanford fanden heraus, dass Menschen, die regelmäßig mit mehreren digitalen Informationsströmen umgehen müssen, nicht so gut in der Lage sind, ihre Aufgaben aufmerksam durchzuführen, ihr Gedächtnis zu kontrollieren oder einfach zwischen zwei Aufgaben zu wechseln, wie Personen, die eine Aufgabe nach der anderen erledigen.
Zuvor ließen sie rund 100 Studenten drei verschiedene Tests durchführen, wobei sie feststellten, dass "Media-Multitasker" für ihr Jonglieren mit zahlreichen Informationsquellen "einen hohen Preis bezahlen". Das Problem sei, dass für sie der Großteil der Informationen zu Belanglosigkeiten verkommt und sie sich von allem möglichen ablenken lassen.
Bei den Tests wurden den Probanden unter anderem geometrische Formen präsentiert, wobei festzustellen war, ob sich deren Position bei darauf folgenden Bildern geändert hatte. Es fiel den Personen, die häufig Multitasking betreiben, sehr schwer, sich wie gefordert auf die eine Gruppe von Formen zu konzentrieren. Die anderen Teilnehmer der Studie hatten damit jedoch kein Problem.
Später wurden dann Tests mit Buchstabenfolgen verwendet, bei denen die Multitasking-Betreiber erneut Schwächen in der Konzentration zeigten und ihre Aufgaben daher erneut schlechter erledigten. Bei tiefer gehenden weiteren Tests wurde das sich bereits abzeichnende Bild bestätigt.
Die Forscher gehen aufgrund ihrer Untersuchungen davon aus, dass Menschen, die häufig Multitasking betreiben, Schwierigkeiten haben, Informationen zu trennen, zu kategorisieren und zu speichern. Es falle ihnen schwer, die Dinge im Kopf auseinander zu halten, hieß es. Letztlich könne daraus ein Problem entstehen.
In weiteren Untersuchungen will man nun heraus finden, ob Multitasking nicht sogar negative Auswirkungen auf die Leistung des Gehirns haben kann. So sinkt die Leistungsfähigkeit offenbar deutlich, weil nicht mehr zwischen relevanten und unwichtigen Informationen unterschieden wird. Die Wissenschaftler empfehlen, immer nur eine Aufgabe zu erledigen, um schneller zum Ziel zu kommen.
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