Windows 7: Opera begrüßt Browser-Auswahlmenü

Notebook Microsofts Vorschlag, Windows 7 in Europa nun doch mit einem speziellen Menü für die Auswahl eines alternativen Browsers auszuliefern, stößt bei den Konkurrenten des Softwarekonzerns auf ein vorsichtig positives Echo. Der Anwalt Thomas Vinje, der die Wettbewerber IBM, Oracle, Red Hat und allen voran den Browserhersteller Opera vertritt, lobte die Entscheidung von Microsoft. Opera war die treibende Kraft hinter dem Vorgehen der EU gegen Microsoft wegen angeblicher Wettbewerbsverzerrung.

Der Teufel stecke wie immer im Detail, erklärte Vinje nach Angaben von 'Macworld'. Die grundsätzliche Bereitschaft von Microsoft, ein Menü zur Browserwahl zu integrieren, sei jedoch eine willkommene Entwicklung. Die EU will nun zunächst untersuchen, wie effektiv die angedachte Methode zur Browserwahl tatsächlich sein kann.


Dabei soll das Hauptaugenmerk auch auf den Auswirkungen für eine mögliche Wiederherstellung des Wettbewerbs im Browsermarkt liegen. Opera-Anwalt Vinje gab sich diesbezüglich voller Zuversicht, schließlich habe Microsoft ursprüngliche Ablehnung schon erahnen lassen, dass das Browser-Wahlmenü effektiv sein könne.

Microsofts Einlenken sei daher seiner Meinung nach als "Kapitulation angesichts einer fast sicheren Niederlage vor der EU-Kommission" zu verstehen. Offenbar sehen Microsoft-nahe Beobachter dies ähnlich. Der Konzern habe den Willen verloren, sich weiter gegen die EU zu wehren, hieß es. Nun gehe es vor allem darum, dass die gleichen Regeln auch für andere Konzerne wie IBM und Google gelten müssten.

Die EU-Kommission hatte im Januar eine neue Untersuchung wegen angeblicher Verzerrung des Wettbewerbs durch die Auslieferung des Internet Explorer zusammen mit Windows gestartet. Die Anbieter von alternativen Browsern würden dadurch benachteiligt, hieß es damals. Der Vorschlag, ein Auswahlmenü in Windows zu integrieren, geht auf die EU zurück.

Microsoft hatte im Zuge seines Einlenkens auch vorgeschlagen, künftig verstärkt für die Interoperabilität seiner eigenen Software mit den Produkten von Drittanbietern einzutreten, was sowohl Windows und Windows Server, als auch Office, Exchange und SharePoint betreffen soll.

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