Australien: Fluglinie zensiert Anti-Zensur-Werbung

Recht, Politik & EU Die australische Organisation GetUp beklagt, dass die Fluggesellschaft Qantas sich weigert, einen Werbespot gegen die geplante Zensur-Infrastruktur bei den Providern des Landes wiederzugeben.

Mit dem Spot "Censordyne" hatte die Gruppe ein Video veröffentlicht, dass die aktuelle Regierungspolitik auf satirische Weise darstellt. Australische Provider sind verpflichtet den Zugang zu Webseiten sperren, die nicht dem Rechtssystem des Landes entsprechen.


Die Sperrlisten werden dabei von einer Behörde erstellt und unterliegen keiner richterlichen Kontrolle. In den letzten Monaten wurden so unter anderem Bereiche der Plattform Wikileaks, auf denen Sperrlisten anderer Länder veröffentlicht waren, oder auch der Zugang zu der virtuellen Welt Second Live blockiert.

GetUp wollte den Censordyne nun im August über das Entertainment-System der Qantas-Flieger auf Inlandsflügen ausstrahlen lassen. So wollte man sicher gehen, dass die Parlaments-Abgeordneten, die aus der Sommerpause zurückkehren, das Video sehen und ihnen bewusst wird, dass es Widerstand gegen die Netzsperren gibt.

Censordyne

Die Fluggesellschaft verweigerte GetUp jedoch entsprechende Werbeplätze. Nach offiziellen Angaben lehne das Unternehmen es ab, Werbung mit politischem Inhalt in den Flugzeugen zu zeigen. Diese Begründung findet GetUp-Leiter Simon Sheikh jedoch fadenscheinig. Immerhin bekommt man auf den Qantas-Flügen auch politische Satire-Sendungen und Nachrichten-Magazine zu sehen.

Für ihn gibt es keinen Unterschied zwischen diesen und dem Censordyne-Spot. "Es hat schon etwas Ironisches an sich, dass Qantas sich entschlossen hat, einen Anti-Zensur-Spot zu zensieren", sagte Sheikh. Die Fluggesellschaft war in der Vergangenheit bereits negativ aufgefallen, weil im Informationsangebot auch Nachrichten über Flugunglücke oder Streiks der eigenen Beschäftigten ausgeblendet wurden.
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Das sieht der westlichen Kultur mal wieder ähnlich. Andere Länder anprangern, wenn diese Internetseiten sperren (s. China), aber für sich selbst das Recht herausnehmen. Was habe ich vorhin irgendwo gelesen? USA nimmt sich das Recht heraus, internaltionale Menschenrechte gelten nicht in ihrem Land (bezüglich Todesstrafen)
 
@airlight: Wer prangert hier was an? Werden bei mir andere Texte angezeigt? oO ... Aber der Werbespot passt 1:1 auch auf unsere Zensurdiskussion.
 
@airlight: Irgendwie hab ich grad ein Deja-vu. Der ganze Sachverhalt kommt mir sehr bekannt vor... Ich komm nur nicht drauf, warum...
 
@WemmZi: Weil du um 1920 geboren bist und das 3. Reich miterlebt hast? Oder weil du eine Weile in China gelebt hast? Das wären meine Vermutungen.
 
@Samin: wohl eher weil er im heutigen Deutschland lebt und nicht um 1920 geboren wurde :) heute finden auch Bücherverbrennungen und Inhaftierungen statt genauso wie damals nur heute heißt es Terrorverdächtige und Verfassungsschutz :-)


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