Netzsperren-Gesetz vom Bundesrat durchgewunken

Wirtschaft & Firmen Der Bundesrat hat während seiner heutigen Sitzung das vor allem durch die Internet-Community heftig bekämpfte Gesetz zur Einrichtung von Netzsperren gegen kinderpornographische Inhalte durchgewunken.

Mit Inkrafttreten der Regelung müssen Internet-Provider mit mehr als 10.000 Nutzern ein DNS-Filtersystem einrichten. Dieses soll dafür sorgen, dass Anwender beim Aufrufen einer Seite, die auf einer Sperrliste steht, auf ein Stoppschild umgeleitet werden.


Die Listen werden vom Bundeskriminalamt (BKA) erstellt und regelmäßig an die Provider weitergegeben. Ursprünglich sollten auch Zugriffe protokolliert werden, um mutmaßliche Interessenten für Kinderpornographie ausfindig zu machen. Diese Maßnahme wurde allerdings gestrichen, um Nutzer, die zufällig auf einen entsprechenden Link klicken, nicht der Gefahr einer unverschuldeten Strafverfolgung auszusetzen.

Aufgrund der heftigen Kritik daran, dass das BKA faktisch einen Freibrief bekommt, unkontrolliert Webseiten auf den Index zu setzen, wurde kurzfristig noch ein Kontrollgremium in das Gesetz aufgenommen, das die Sperrlisten regelmäßig überprüfen soll. Dieses soll mehrheitlich aus Richtern bestehen und beim Bundesdatenschutzbeauftragten angesiedelt sein - der von dieser neuen Aufgabe allerdings wenig begeistert ist.

Das neue Gesetz tritt voraussichtlich schon am 1. August in Kraft. Es ist vorerst auf drei Jahre befristet. Dann soll geprüft werden, ob die Sperren beim Kampf gegen Kinderpornographie hilfreich sind. Kritiker hatten dies stets angezweifelt und eine schärfere Strafverfolgung der Täter und eine Löschung entsprechender Angebote auf den Webservern gefordert.
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na großartig. wilkommen im überwachungsstaat Deutschland! Politiker: ihr habt nen knall!
 
[re:1] Diak am 10.07.09 15:55 Uhr
(+24
@Adam_West: Du kannst Dich ja im Bundestag schriftlich bei den im PDF gelisteten Befürwortern bedanken. http://www.bundestag.de/parlament/plenargeschehen/abstimmung/20090618_kinderpornografie.pdf
 
@Adam_West: nicht nur einen ...... das ist der erste schritt zur internetzensur
 
[re:3] WemmZi am 10.07.09 16:10 Uhr
(+15
@Adam_West: Die Listen werden ja immerhin überwacht... Was ich mich allerdings frage ist, wie die das machen wollen. Sehen die sich jede gesperrte Seite noch einmal oder wie muss man das verstehen? Da sind dann angenommen 20.000 Seiten gelistet und die sieht sich jeden Monat oder vierteljählich jemand an? ALLE? Die schaffen sich doch nur das nächste steuerfressende Regierungsorgan. Die Kapazitäten die die Bundesdatenschutzbeauftragten haben sind doch schon lange erschöpft. Entweder will die Regierung da jetzt noch unzählige Arbeitsplätze schaffen, die Datenschützer handlungsunfähig machen, weil sie zu nichts mehr kommen, oder einfach die Listen nur halbherzig kontrolliert wissen. Ich sehe da nen ganzen Sack voll fauler Eier. Hoffentlich alles nur Einbildung.
 
@WemmZi: ich denke mal die einträge in den listen müssen vorher von den richtern verifiziert werden, bevor sie letztendlich in die liste hinzugefügt werden. ansonsten kann ich mir nicht vorstellen, wie eine riesige liste kontrolliert werden soll. oder aber stichprobenartige kontrollen. auf jedenfall ist das ein durch und durch löchriges konzept was unbedingt gestoppt werden sollte! leute: geht wählen!!!


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