Iran: Zensur kann Tod von Neda nicht verschleiern
Trotz der massiven Zensurbemühungen gelingt es der Regierung des Iran aufgrund des Internet nicht mehr, brisante Informationen zu verbergen. Aktuell gehen die Bilder der jungen Iranerin Neda um die Welt.
Verbreitet werden sie aber nicht durch die traditionellen Presseorgane, die der Unterdrückung durch das Regime relativ hilflos gegenüberstehen. Statt dessen gelingt es normalen Iranern immer wieder, die Sperrung von Internet-Diensten im Ausland zu überbrücken und Berichte nach außen zu senden.
So auch im Fall von Neda, die binnen Stunden weltweit zum Symbol des Widerstands in dem Land wurde. Ein Handy-Video zeigt, wie die Studentin auf einer Demonstration von einem Schuss getroffen wird und unter den Händen von Helfern binnen einiger Sekunden stirbt.
Der Vorfall soll sich am Samstag Abend in Teheran ereignet haben. Verifiziert ist dies - wie so ziemlich jede Information aus dem Iran der letzten Tage - nicht. Nach Angaben des YouTube-Nutzers, habe dessen Freund es mit dem Handy aufgenommen. Er fordert andere User auf, den Vorfall der Welt bekannt zu machen.
Neda Agha-Soltan, Philisophiestudentin, geboren 1982. Das sind die Angaben die als relativ gesichert gelten. Ein Heckenschütze der Bassidsch-Miliz, die treu hinter Präsident Mahmud Ahmadinedschad stehen, soll der Täter sein. Neda sei inzwischen bereits von ihrer Familie beerdigt worden - im kleinen Kreis unter Bewachung. Ein öffentlicher Gedenkgottesdienst soll verboten worden sein.
Hinter dem Begriff Neda formierte sich seit der Veröffentlichung des Videos weltweit im Internet die Solidarität mit der Opposition im Iran. Bei Twitter gehört er zu den meistgesuchten Themen. Zahlreiche User veröffentlichten das Video immer wieder bei YouTube, um zu verhindern, dass die schockierenden Bilder von den Betreibern gelöscht werden können.
Auch eine Facebook-Seite besteht inzwischen, auf der Rache für den Tod der jungen Frau angekündigt wird. Die Anzeichen für die Echtheit des Videos haben sich inzwischen außerdem erhärtet. Inzwischen tauchte ein zweites Handy-Video auf, dass die gesamte Szene aus einer zweiten Perspektive zeigt.
Weitere Informationen: Zusammenschnitt beider Videos
Achtung, die Aufnahmen können auf sensible Menschen verstörend wirken.
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