SPD will neues Datenschutzgesetz scheitern lassen

Recht, Politik & EU Die SPD-Fraktion im Bundestag wird die Neufassung des Datenschutzgesetzes möglicherweise scheitern lassen. Immer mehr Abgeordnete, wollen dem Kompromiss mit der Union nicht zustimmen.

Das geht aus einem Bericht der 'Zeit' hervor. Am Freitag sollte die Überarbeitung, die bei Verbraucherschützern massive Kritik hervorrief, eigentlich im Bundestag beschlossen werden. Dem schlossen sich nun auch die Verbraucherexperten der SPD-Fraktion an und zogen wohl viele ihrer Kollegen auf ihre Seite.


Hintergrund ist die Entstehungsgeschichte der aktuellen Fassung. Ursprünglich hatte die Regierungskoalition einen Entwurf ausgearbeitet, der an vielen Stellen Verbesserungen gegenüber der bestehenden Version brachte. Dieser rief aber in großem Umfang die Lobbyisten der Wirtschaft auf den Plan.

Diese hatten vor allem über die CDU-Fraktion genug Einfluss, um eine ganze Reihe von Punkten zu verändern und den Datenschutz abzuschwächen. In einem Schreiben an die Fraktion urteilen die Verbraucherpolitiker der SPD, dass die "versprochenen Verbesserungen im Umgang mit den persönlichen Daten der Bürgerinnen und Bürger (...) weitgehend auf der Strecke geblieben" seien, so die Zeitung.

So wurden wesentliche Punkte gestrichen, wie beispielsweise, dass Kunden explizit zustimmen müssen, wenn ihre Daten weiterverkauft werden sollen. Auch das in der ersten Fassung enthaltene Verbandsklagerecht, dass den Verbraucherschutzverbänden ermöglichen würde, anstelle betroffener Kunden vor Gericht zu ziehen, wurde gekippt.

Die aktuelle Fassung sei damit "nicht akzeptabel", heißt es in dem Brief. "Für das auf Druck der CDU/CSU entstandene Ergebnis wollen wir nicht - wie so oft - die Prügel einstecken." Die SPD-Verbraucherpolitiker wollen erreichen, dass statt einer schlechten lieber gar keine Gesetzesnovelle verabschiedet wird und das Thema nach den Bundestagswahlen erneut auf die Agenda kommt.
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Lieber spät als nie! Die kommende Bundestagswahl scheint es möglich zu machen, dass so manche Hirnzelle angeschmissen wird.
 
@Bengurion: das ist nicht das hirn das dort spricht sonden die panik vor einem wahldebakel. die spd greift jetzt nach jedem strohhalm und hofft so ein paar wählerstimmen zu bekommen. trotzdem freue ich mich über diese entscheidung, egal aus welchen gründen sie getroffen wurde.
 
@Turel: Ich wähle sie trotzdem nicht. Ich beurteile eine Partei danach, was sie in ihrerer letzten Regierungszeit gemacht hat und nicht danach, was sie aus wahlkampftaktischen Gründen macht oder im Wahlkampf verspricht. (Nachtrag: Das schließt natürlich auch die CDU und die Grünen aus)
 
@Bengurion: na klar - und sollten sie dann wieder im großen "koalabären konsortium" mit drinnen sitzen dann heißt es plötzlich wieder (achtung!!! orig. zitat Franz Müntefering): "Es ist unfair Politiker an den Wahlversprechen zu messen"!!! (mehr sage ich dazu nicht - außer vlt. noch: "alle politiker in einen sack und dann munter drauf los gedroschen! dabei einen falschen zu erwischen ist heutzutage - rein mathematisch - fast unmöglich".) :-)
 
@Bengurion: Ich finde diese ganze Diskussion käse. Jeder sollte selbst Herr über seine persönlichen Daten sein. Generelles Opt-In und sofortige Löschung persönlicher Daten auf Verlangen. Eine zusätzliche Zustimmung, wenn persönliche Daten ins Ausland transferiert (und auch dort ausgewertet) werden. Fertig ist die Laube. Apropos Analyse persönlicher Daten im Ausland: WF müsste mal die Datenschutzerklärung hier auf der Seite anpassen. Von hier aus werden nämlich auch Daten zu Analysezwecken ins Ausland transferiert. Hier besteht schon jetzt eine Hinweispflicht des Inhaltsanbieters.


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