Datenschützer will Sperrlisten nicht kontrollieren

Recht, Politik & EU Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar will zukünftig nicht, wie es im Gesetzentwurf zu den Kinderporno-Netzsperren vorgesehen ist, für die Kontrolle der Sperrlisten zuständig sein.

Die Regierungskoalition hatte nach massiven Protesten Zugeständnisse im Gesetzentwurf gemacht. Kritiker hatten beispielsweise bemängelt, dass die Sperrlisten vom Bundeskriminalamt (BKA) ursprünglich ohne Kontrolle erstellt werden, ob die jeweils gesperrten Webseiten auch wirklich Kinderpornographie enthielten.


Es wurde befürchtet, dass auch politisch missliebige Seiten auf ihnen landen könnten. Deshalb wurde in einem überarbeiteten Gesetzentwurf ein unabhängiges Kontrollgremium vorgesehen. Dieses soll vom Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit zusammengestellt werden.

Dieser lehnt jedoch ab. Mit mir hat bisher niemand gesprochen und ich finde das auch keine gute Idee", sagte Schaar gegenüber der 'Tageszeitung'. Er wisse nicht, nach welchen Kriterien er ein solches Gremium zusammenstellen soll. "Ich kenne mich in der Thematik doch gar nicht aus. Das hat mit Datenschutz ja nichts zu tun", führte er aus.

Er befürchtet sogar, dass die Angliederung des Kontrollgremiums an seine Behörde ein schlechtes Licht auf sein Amt werfen könnte. Immerhin könnten ihm Entscheidungen angekreidet werden, auf die er letztlich selbst keinen Einfluss hat.

Schaar setzt sich deshalb dafür ein, dass das Gesetz nicht wie geplant am Donnerstag im Bundestag zur Abstimmung kommt. "Man sollte dieses Gesetzgebungsverfahren, bei dem es auch noch viele andere offene Fragen gibt, nicht überstürzt zu Ende bringen", erklärte er gegenüber der Zeitung.
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Sehr gut. Wie wärs die naheliegenste Lösung zu wählen und es einfach ganz zu lassen?
 
@DonBonzo: dann haben doch unsere lieben politiker nichts mehr, womit sie sich brüsten können (mal von der tatsache abgesehen, dass ich mich nicht mit der von-der-leyen-schwachsinnsaktion brüsten würde)...
 
@DonBonzo: Richtig. Wieso setzt sich das BKA nicht dafür ein, dass Kipo-Seiten komplett gelöscht werden? Dann wären Sperrlisten überflüssig. 99,9% aller Webhoster weltweit werden diesen Dreck sofort löschen, wenn sie den Hinweis bekommen, dass sie sowas hosten. Aber anstatt sich direkt an die Hoster zu wenden geht das BKA den langen bürokratischen Weg und bittet erst über Interpol ausländische Polizeistellen um Amtshilfe. So dauert es natürlich ewig, bis entsprechende Seiten verschwinden.
 
@klein-m: zur "zensursula" fällt mir spontan folgendes ein: http://www.3dsupply.de/shop/detail.php?PID=00004857 Die Politiker haben anscheinend nicht besseres zu tun, als sich mit Themen zu befassen, von denen die einfach zu wenig Ahnung haben. Aber es kommt ja immer gut bei den "unwissenden" Wählern an, wenn man nicht mehr all zu weit von den Wahlen entfernt ist.
 
@GoedelKurt: Da wäre ich nicht so sicher, dass 99,9% aller Webhoster diesen Dreck sofort löschen würden. Aber nehmen wir mal es wäre so, dann wäre das BKA weltweit dauernd in Kontakt mit unzähligen Webhostern um irgendwelche Seiten zu sperren. Die "KP-Branche" schläft ja auch nicht, die wechseln dann "stündlich" den Webhoster und das BKA hächelt hinterher. Soviel Personal haben die beim BKA gar nicht, um sich an diesem "Katze- und Maus-Spiel" effektiv zu beteiligen.


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