Innenminister: Cyber-Crime kaum kontrollierbar

Recht, Politik & EU Die Innenminister von Bund und Ländern haben in einem gemeinsamen Strategiepapier das Internet als besondere Gefahrenquelle ausgemacht. Das berichtet das 'Handelsblatt', dem das Dokument vorliegt. "Das Internet als Tatort wird auch in der Zukunft nur begrenzt kontrollierbar sein", heißt es darin. Man ist sich also im Klaren darüber, dass die Strafverfolgung hier vor besonderen Herausforderungen steht. Dies sei angesichts der Funktionsweise der modernen Gesellschaft besonders risikobehaftet.

"Angriffe auf die Integrität und Sicherheit von Datensystemen bergen in unserer modernen Informationsgesellschaft ein hohes Gefahrenpotenzial. Kriminelle können mit einem Mausklick Tausende schädigen", so die Innenminister. Trojanern, Botnetzen und DoS-Angriffen auf Server ist demnach nur bedingt beizukommen.

Die größte Gefahr bestehe dabei noch nicht einmal für den normalen Nutzer. Internetgebundene Angriffe auf Rechnersysteme von Wirtschaftsunternehmen und Regierungsstellen hätten eine zunehmende Bedeutung. "Deutsche Firmen stellen auf Grund der hohen Innovationskraft ein überdurchschnittlich attraktives Ziel für fremde Nachrichtendienste dar", hieß es.

Während solche Bedrohungsszenarien in den letzten Jahren allerdings oft genutzt wurden, um die Überwachung der Bevölkerung und die Rechte von Polizei und Geheimdiensten auszubauen, fehlen entsprechende Forderungen in dem Strategiepapier. Statt dessen kommt man zu dem Schluss, dass man zukünftig verstärkt mit Wirtschaft, Forschung, Wissenschaft und Telekommunikationsunternehmen zusammenarbeiten wolle, um die Kriminalität im Internet besser bekämpfen zu können.
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