Revolution & Albtraum: Napster würde 10 Jahre alt

Filesharing Zehn Jahre ist es nun her, dass die Interessen zwischen den Nutzern des Internets als neuem Massenmedium und der traditionellen Medienbranche begannen, in großem Stil miteinander zu kollidieren: Im Juni 1999 veröffentlichte der damalige Student Shawn Fanning die Filesharing-Plattform Napster. Was sich für die Musikindustrie zu einem Albtraum allererster Güte entwickelte, stellte für Millionen Anwender eine Revolution in der Distribution von Musik dar.

Zwar war Napster nicht das erste P2P-System, allerdings gelang es Fanning eine Software zu schreiben, die auch von technisch unversierten Nutzern eingesetzt werden konnte. Er holte den Austausch von Dateien damit aus dem Umfeld von Usenet und IRC heraus und stellte die Technologie einem breiten Publikum zur Verfügung.

Das Filesharing-Netz wuchs daraufhin rasant. Kurz vor dem Aus im Jahr 2001 zählte es die für damalige Verhältnisse gewaltige Nutzerbasis von 80 Millionen. Bis zu 1,6 Millionen Anwender waren stets gleichzeitig online und stellten Musik zum Download zur Verfügung. Rund 2 Milliarden Dateien wurden so allein im Januar 2001 übertragen.

Nahezu jeder Song, der weltweit auf digitalen Medien erschienen war, stand als kostenlos im Netz bereit. Die Musikindustrie brauchte nicht lange, um die Gefahr für ihre traditionellen Vertriebswege zu realisieren. Schon im Dezember 1999 wurde die erste Klage gegen das System eingereicht.

Es folgte ein Rechtsstreit, der 2001 letztlich in der Zwangsabschaltung der Napster-Server endete. Allerdings war der Stein längst ins Rollen gebracht: Neue, dezentrale Plattformen lösten Napster ab. Auch Klagen gegen tausende Nutzer konnten das Filesharing kaum mehr eindämmen. Erst langsam zeichneten sich Erfolge ab: Als die Medienindustrie begann, sich nach und nach für die offene Struktur des Netzes zu öffnen und es als ernsthaften Vertriebskanal zu entdecken.

Napster selbst konnte allerdings nie mehr an die alten Erfolge anknüpfen - da halfen auch keine Investitionen von Bertelsmann. Letztlich blieb nur noch die Marke übrig, die heute für einen Musik-Abo-Dienst genutzt wird, der eher ein Schattendasein fristet.
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