Telekom-Affäre: Papier soll Informanten enttarnen

Wirtschaft & Firmen In der Telekom-Affäre liegt dem Nachrichtenmagazin 'Der Spiegel' ein Papier vor, bei dem es sich um die unterschriebene eidesstattliche Erklärung eines Maulwurfs aus der Redaktion der Zeitschrift 'Capital' handeln soll. Laut diesem Schriftstück soll der heimliche Zuträger im Jahr 2005 den Telekom-Aufsichtsrat Wilhelm Wegner als Informanten des Blatts an den Konzern verraten haben. In dem Dokument, datiert auf den 10. Oktober 2005, behauptet der Verfasser, dass die wichtigste Quelle des 'Capital'-Redakteurs Reinhard Kowalewsky für Geschichten über die Telekom in dessen Telefonmerker mit den Buchstaben "WW" verzeichnet sei.

Ergänzt wird diese Behauptung mit Wegners Handy-Nummer. Nach Angaben des Hauptbeschuldigten in der Telekom-Affäre, des ehemaligen Chefermittlers Klaus Trzeschan, handelt es sich bei dem Dokument um jene eidesstattliche Versicherung, die er dem damaligen Aufsichtsratschef der Deutschen Telekom, Klaus Zumwinkel, und Ex-Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke im Jahr 2005 als Beweismittel gegen Wegner vorgelegt haben will. Zumwinkel und Ricke suchten damals ein Informationsleck im Aufsichtsrat.

Allerdings gibt es auch erhebliche Zweifel an der Echtheit des Dokuments. So hat der vermeintliche Maulwurf gegenüber dem Nachrichten-Magazin jede Verstrickung abgestritten. Die Unterschrift unter der Erklärung sei gefälscht, außerdem seien viele Angaben der Erklärung schlichtweg falsch. Tatsächlich enthält die Erklärung eine Reihe ersichtlicher Fehler, unter anderem ist darin sogar der Name Kowalewsky falsch geschrieben.

Andererseits haben inzwischen mehrere Zeugen der Staatsanwaltschaft Bonn bestätigt, dass eine eidesstattliche Versicherung 2005 im Konzern vorgelegen habe. Nach Angaben von Wegner hat ihn Zumwinkel in einem Gespräch im Oktober 2005 mit dem Vorwurf konfrontiert, er sei der Informant der Zeitschrift, und dies ausdrücklich mit dem Hinweis auf solch eine eidesstattliche Versicherung aus der Redaktion 'Capital' begründet.

Wegner hat stets bestritten, Aufsichtsratsinterna an die Öffentlichkeit gegeben zu haben. Am Mittwoch hat 'Der Spiegel' dem Gruner + Jahr-Verlag, der die Zeitschrift 'Capital' herausgibt, eine Kopie des Dokuments zur Verfügung gestellt. Die Originale übergab das Nachrichten-Magazin der Deutschen Telekom. Dort sollen die Papiere jetzt auf ihre Echtheit überprüft werden.
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