Von der Leyen: Zugeständnisse bei Netzsperren

Recht, Politik & EU Die hohe Beteiligung an der Online-Petition gegen die von der Bundesregierung geplanten Netzsperren zeigt offenbar Wirkung - wenn vorerst auch nur in ersten Ansätzen.

In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin 'Der Spiegel' kündigte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen erste Zugeständnisse an die Kritiker an. Zuvor hatten rund 100.000 Bundesbürger die Petition unterzeichnet und sich gegen das geplante Gesetz zur Einführung von Sperrlisten gegen Kinderporno-Seiten ausgesprochen.


"Ich nehme die Petition sehr ernst, zum Beispiel den Vorwurf der unkontrollierten Listen. Wir wollen die Transparenz verbessern", sagte von der Leyen. Hinsichtlich des bisher geplanten Umgangs mit den Sperrlisten kündigte sie Veränderungen an.

Bisher sollten die Listen vom Bundeskriminalamt (BKA) erstellt und an die Provider geschickt werden. Eine Prüfung durch einen Richter oder eine demokratische Kontrollinstanz war nicht vorgesehen, was die Befürchtung weckte, dass auch andere unerwünschte Inhalte unbemerkt blockiert werden könnten.

"Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir ein Gremium mit unabhängigen Experten schaffen, das die Blockierlisten unter dem Mehr-Augen-Prinzip anschaut", erklärte die Ministerin nun. Allerdings hält sie es nicht für notwendig, dass die Listen täglich komplett durch einen Richter kontrolliert und abgesegnet werden.

Die Ministerin betonte außerdem, dass die Sperrlisten nur ein Teil der Gesamtstrategie zur Bekämpfung von Kinderpornographie sein sollen. In Sachen Strafverfolgung von Anbietern und Schließung von Servern habe die Polizei bereits entsprechende Befugnisse, nun soll das Access Blocking als dritte Säule hinzukommen.

"Die Strafverfolgung ist in den letzten Jahren konsequent verbessert worden. Das Schließen von Anbieterservern ist zwar auch verstärkt worden. Da bleibt aber viel zu tun", so von der Leyen weiter. "Nur beim Thema Access Blocking hat es zehn Jahre lang Gespräche hinter verschlossenen Türen gegeben, aber vergebens. Es hat sich nichts getan."

International wolle man sich außerdem dafür einsetzen, dass Seiten, die auf den Sperrlisten auch sofort bei Interpol gemeldet werden, um eine Schließung des Angebotes zu erreichen - sofern der jeweilige Server im Ausland steht. "Das BKA wird das diese Woche in der Interpol-Tagung einbringen", erklärte die Ministerin.

"Ich werde Ende Juni auf der Rio-Nachfolgekonferenz einbringen, dass ein Monitoring erfassen soll, was mit den Meldungen weiter passiert. Ist sie im Papierkorb gelandet oder hat sie zum Löschen der Bilder auf dem Server geführt?", sagte sie weiter.
Diese Nachricht empfehlen:
 
Das BKA hat heute im Bundestag von der Leyen widerlegt: http://netzpolitik.org/2009/bka-widerlegt-ursula-von-der-leyen/ und hier hat mal jemand das Leyen Spiegel Interview analysiert: http://netzpolitik.org/2009/zensursula-hat-viele-gesichter/ Das sieht wohl nach einem veritablen Leyen CDU Totalschaden aus.
 
Dennoch wird dieses Verbrecherpack noch von Leuten gewählt. Sogar von welchen, die Internet besitzen. Krank.
 
@Besserwiss0r: Naja hätte die Zensursula von Anfang an so gesprochen wie in dem Artikel oben, hätte sie sich viele Minus Punkte bei den Bürgern erspart und auch das Vorhaben wäre nicht auf solch eine Kritik gestoßen. Aber nein, man macht seine Hausaufgaben natürlich erst später, nachdem man auf die Schnauze fliegt, selber Schuld.
 
Ich bin immer noch der Meinung das das der falsche Weg ist. Die sollten als erstes zu diesem Thema Weltweit geltende Gesetzte schaffen bevor die was machen wollen, denn gegen Server in Russland kann das BKA eh nix machen. Und weg gucken ist meiner Meinung nach nicht der richtige Weg. Es sollte als erstes der Serverbetreiber/Hoster informiert werden damit er die Seiten abschalten kann. Dann sollten man versuchen herauszubekommen wer die Seiten online gestellt hat, vor allem die Opfer versuchen zu finden und die Täter hart bestrafen.
 
@derberliner06: was willst noch alles? Was du da verlangst wird nie möglich sein, also wozu das ganze? realistisch bleiben und zumindest das machbare umsetzen.


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen

Schreiben Sie uns Ihre Meinung, bewerten Sie Kommentare oder diskutieren Sie mit anderen WinFuture.de Lesern!

Melden Sie sich jetzt kostenlos an
oder verwenden Sie Ihren bestehenden Zugang.

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

Community

  • Neue Kommentare
  • Neue Mitglieder

WinFuture wird gehostet von Artfiles

MSDN Online

News zu IT Pro- und Dev-Tools