Urteil: eBay nicht für gefälschte Ware verantwortlich

Recht, Politik & EU Im Rechtsstreit mit dem Kosmetikkonzern L'Oréal konnten die Betreiber der Online-Auktionsplattform eBay einen weiteren Erfolg verbuchen. Demnach ist das Unternehmen nicht für Angebote von gefälschter Markenware verantwortlich. Nachdem in Frankreich vor einigen Tagen ähnlich geurteilt wurde, bestätigte am Freitag auch das High Court in Großbritannien, dass eBay nicht für den Handel mit gefälschter Markenware verantwortlich gemacht werden kann. Der Kosmetikhersteller L'Oréal hatte geklagt - man ist der Meinung, dass eBay zu wenig gegen derartige Angebote unternimmt.

Die zuständigen Richter stellten fest, dass das Markenrecht in Europa noch zu unklar sei. Man fordert vom Europäischen Gerichtshof hier mehr Klarheit. eBay wurde aufgefordert, enger mit den Markenherstellern zusammenzuarbeiten. So könnte beispielsweise die Menge von gleichzeitig einstellbaren Artikeln in diesem Bereich beschränkt werden.

eBay kritisiert die Hersteller von Luxusgütern für das Vorgehen gegen die Auktionsplattform. Neben L'Oréal hatten unter anderem Rolex und LVMH geklagt. Man vermutet, dass die Unternehmen den Verkauf ihrer Waren im Internet komplett unterbinden wollen. Richard Ambrose, Sicherheitschef von eBay UK, kritisiert diese "kundenfeindliche und unzeitgemäße Einstellung".
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