Betrüger verkaufte US-Marine illegale Microsoft-Keys

Windows Die US-Behörden haben einen jungen Mann für schuldig befunden, mit dem illegalen Verkauf von unechten Lizenzschlüsseln für Microsoft-Produkte gegen den Digital Millenium Copyright Act (DMCA) verstoßen zu haben. Der 24-Jährige Adonis Gladney ist damit der erste US-Bürger, dem die Umgehung von Sicherheitsmaßnahmen einer Software als Vergehen gegen den DMCA angelastet wird. Das Gesetz gibt den Rechteinhabern mehr Möglichkeiten zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen.

Gladney hatte zuvor über mehrere Websites große Mengen von Softwarelizenzen zum Kauf angeboten. Die Kunden zahlten und erhielten dann auch Lizenzen, die nach Angaben des Verkäufers für 25 bis 750 Rechner galten. Er lieferte den Kunden außerdem Software auf CD, die nicht für den eigenständigen Verkauf bestimmt war, also zum Beispiel Neu-PCs beigelegte OEM-Versionen.

Tatsächlich waren die Lizenzen aber nichts weiter als "heiße Luft", wie es der zuständige Vertreter der US-Bundesanwaltschaft formulierte. Der Täter hatte stattdessen Lizenzschlüssel beschafft, die er so manipulierte, dass sie immer und immer wieder eingesetzt werden konnten. Dadurch umging er nach Angaben des ermittelnden FBI die Prüfung der Legitimität von Windows und anderen Produkten aufgrund eines Produktschlüssels als eine der wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen von Microsofts Software.

Dadurch verstieß er gegen die im DMCA festgelegten Regelungen gegen den Vertrieb von Geräten zur Beschaffung unautorisierten Zugriffs. Noch steht nicht genau fest, wie viel Geld Gladney damit verdiente. Gegenüber den Ermittlern hat er aber bereits zu Protokoll gegeben, mehr als drei Millionen US-Dollar verdient zu haben. Zu den Kunden gehörte nach Angaben von 'Cnet' auch das United States Marine Corp.

Ihm wurden nun ein Verstoß gegen den DMCA und drei Fälle von Postbetrug angelastet. Dem jungen Mann, der sein illegales Geschäft schon im Alter von 20 Jahren äußerst profitabel betrieben hatte, drohen deshalb nun mehrere Jahre Haft. In Folge seiner Verhaftung hatten die Behörden fast 75.000 US-Dollar und zwei individuell modifizierte Lamborghini Sportwagen beschlagnahmt.
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