Cool Silicon: Sachsen startet Forschungs-Großprojekt

Wirtschaft & Firmen In Sachsen sollen in den nächsten Jahren auf breiter Front Technologien entwickelt werden, die den Energieverbrauch von Mikrochips und Informationstechnik deutlich senken. Der im September 2008 von einer Jury des Bundesforschungsministeriums für die Spitzen-Forschung ausgewählte "Cool Silicon-Cluster" von Unternehmen und Forschungseinrichtungen der Mikro- und Nanoelektronik sowie der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) am Standort Dresden startete heute offiziell das vom Bund und dem Freistaat Sachsen unterstützte Groß-Projekt.

Der Bund als Initiator dieser Spitzencluster-Forschung wird insgesamt 40 Millionen Euro bereitstellen. Mit weiteren Mitteln von Land wird die Summe auf 100 Millionen Euro aufgestockt. Hinzu kommen Investitionen von Partner-Unternehmen, die das finanzielle Volumen des Projekts auf 150 Millionen Dollar heben.

Nach Ansicht von Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange ist "kaum ein anderer Standort in Europa" für dieses Forschungsvorhaben so geeignet wie Sachsen: "Die Zusammenarbeit zwischen den hier ansässigen Unternehmen, den Hochschulen und Forschungsinstituten, die in diesen Bereichen bereits zur Spitzenforschung gehören, wird nun regional noch stärker gebündelt, Potenziale werden noch besser ausgeschöpft."

Das Projekt soll den Standort Dresden schnell stärken. Dazu gehört auch eine zügige Bearbeitung der Anträge auf die verfügbaren Mittel. Im Juni dürften die meisten der bisher eingereichten Projekte bewilligt sein, sicherte Wolf-Dieter Lukas, im Bundesforschungsministerium als Abteilungsleiter für Schlüsseltechnologien zuständig, zu.

Angelegt ist das Forschungsvorhaben auf fünf Jahre. Die Beteiligten rechnen aber damit, dass es auch danach weitergeht. "Die Forschung wird Anwendungen und Produkte nach sich ziehen, also mit Sicherheit auch Arbeitsplätze", sagte Heinz Martin Esser, Geschäftsführer der Silicon Saxony Management.

Die drei technischen Leitprojekte von Cool Silicon, hinter denen Dutzende weitere stehen, heißen: "CoolComputing", "CoolReader" und "CoolSensornet". Dabei geht es unter anderem um Energie-Einsparungen bei Computern sowie die Entwicklung effizienter E-Book-Reader, die durch integrierte Solarzellen autark arbeiten können.

Bei "CoolSensornet" sollen Sensornetzwerke zur Überwachung und Lebensdauerbewertung von tragenden Konstruktionselementen entwickelt werden. Diese sollen ebenfalls komplett autark arbeiten. Sie können dann beispielsweise schon bei der Herstellung eines Flugzeugs in die Leichtbau-Flügel aus Kohlefaser-Verbundstoff oder in andere Tragstrukturen fest eingebracht werden. Ihre Energieversorgung ist vollständig autark, weil die notwendige Energie aus den mechanischen Schwingungen der zu überwachenden Tragstruktur selbst erzeugt wird. Der Strom reicht auch dafür aus, um die Messergebnisse fortlaufend per Funk zu übermitteln.
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