DSL: Künstliche Störungen sollen Strom sparen

Breitband Entwickler des Fraunhofer Instituts haben eine Methode gefunden, mit der die DSL-Infrastrukturen der Internet-Provider kurzfristig beachtliche Mengen Strom sparen können. Durch ein ins Netz eingespieltes künstliches Rauschen, dass Störungen durch andere DSL-Modems simuliert, soll es Netzbetreibern endlich möglich werden, den L2-Energiespar-Modus in ADSL2+-Systemen zu verwenden. Dieser ist bereits in den meisten Modems vorhanden.

Im Gegensatz zu den stets auf voller Leistung laufenden aktuellen Breitbandzugängen reduziert der L2-Modus bei ruhender Kommunikation die Sendeleistung des Systems und damit dessen Stromverbrauch. Die unterschiedliche Sendeleistung zwischen dem aktiven Modus (L0) und dem energiesparenden L2-Modus erzeugt Probleme in benachbarten DSL-Systemen.

Geht ein DSL-System zu einem Zeitpunkt online, in dem seine Nachbarsysteme im L2-Modus verweilen, misst es nur eine geringe Störung und handelt daher eine hohe Leistung mit dem Zugangsknoten aus. Wenn nun auch die benachbarten DSL-Systeme den L2-Modus verlassen und aktiv werden, steigt die Störleistung stark an und das Signal-Rausch-Verhältnis verschlechtert sich so, dass vermehrt Bitfehler auftreten.

Folglich muss sich das Modem reinitialisieren und kann die Verbindung erst nach etwa einer halben Minute mit deutlich reduzierter Datenrate wieder aufbauen. Aus diesem Grund aktivieren die Betreiber den Energiesparmodus zur Zeit nicht und haben ihn auch nicht in die VDSL2-Standardisierung aufgenommen

Beim künstlichen Rauschen wird den Empfängergeräten bei der Initialisierung eine Störumgebung vorgetäuscht, die typisch für das genutzte Kabelbündel ist. Die Wissenschaftler bei Fraunhofer konnten nun zeigen, dass die Verfahren auch für die Stabilisierung benachbarter DSL-Systeme geeignet sind und damit den Einsatz des energiesparenden L2-Modus ermöglichen.

Geht ein Empfänger nun online, registriert sein System eine normale Störumgebung, auch wenn sich die Nachbarsysteme im L2-Modus befinden und die Verbindung bleibt auch dann stabil, wenn andere Systeme aktiv werden und vom L2- in den L0-Modus wechseln.

Bis zu einem Drittel soll sich der Stromverbrauch der ADSL2+-Infrastruktur so senken lassen. So könnten Netzanbieter relativ zeitnah mehrere Gigawattstunden jährlich an Strom und damit beispielsweise allein in Deutschland pro Jahr 15 Millionen Euro Betriebskosten einsparen, rechneten die Forscher vor.
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