
Die Internet-Provider tun sich mit der Umsetzung der von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen geforderten Sperrung von Kinderporno-Seiten schwer, weil sie nicht hilft.
Das sagte Michael Rotert, Vorstandsvorsitzender des Verbands der deutschen Internetwirtschaft (Eco), gegenüber der '
Berliner Zeitung'. "Es ist wie eine Sonnenbrille, die Sie aufsetzen, wenn die Sonne richtig gleißend scheint. Im ersten Augenblick sehen Sie nichts und dann ist alles wieder da", so Rotert.
Man müsse kein Profi sein, um Schlupflöcher zu finden." Ich fürchte, dass schon bald die entsprechenden Anleitungen im Internet kursieren werden, wie man ungefiltert surfen kann", sagte er weiter. Außerdem habe sich gezeigt, dass existierende Sperrlisten schnell öffentlich werden. "Damit ist den Opfern wirklich nicht geholfen."
Allerdings werde man sich auch nicht grundsätzlich querstellen. "Deshalb haben wir gesagt, wenn der politische Druck da ist und man glaubt, man tut hier seinen Wählern für den nächsten Wahlkampf etwas Gutes, wollen wir nicht Spielverderber sein. Aber das Ganze, bitte schön, auf rechtlicher, gesetzlicher Grundlage", erklärte der Eco-Vorstand.
Er befürchtet allerdings, dass der Eingriff in die Infrastruktur zu technischen Problemen führt. "Das können Sie aber nur begrenzt machen. Wenn das viele machen und viele Seiten gesperrt werden, klappt auch die ganze Breitbandinitiative der Kanzlerin nicht mehr, weil unser Netz dann extrem langsam wird", fuhr Rotert fort.
Im Grunde sei die Infrastruktur die falsche Stelle, an der man im Kampf gegen Kinderpornographie ansetzen kann. Wie Rotert ausführte plädiere sein Verband dafür, "dass die Sache an der Wurzel bekämpft wird, um hier den maximalen Opferschutz zu haben".
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