Justizministerin: Kinderporno-Sperren problematisch

Recht, Politik & EU Bundesjustizministerin Brigitte Zypries ist von den Plänen ihrer Kollegin, Familienministerin Ursula von der Leyen, mit Internet-Sperren gegen Kinderpornographie vorzugehen, offenbar wenig begeistert.

"Wir müssen alles tun, um Kinderpornographie im Internet zu verhindern. Aber auf einem Weg, der rechtlich sauber ist", sagte sie in einem Interview mit der 'Rheinischen Post'. Dies ist ihrer Meinung nach in diesem Fall offenbar nicht gegeben.


Von der Leyen wollte Provider verpflichten, den Zugriff auf Webseiten mit kinderpornographischen Inhalten durch eine Blockade der URL zu blockieren. Grundlage dafür sollte ein Vertrag sein, den die Internet-Anbieter mit dem Ministerium abschließen.

"Dieser Weg ist verfassungsrechtlich problematisch", sagte Zypries. "Staatlich veranlasste Eingriffe in das Fernmeldegeheimnis - und darum geht es hier - brauchen nach unserem Grundgesetz eine gesetzliche Grundlage." Diese liegt derzeit aber nicht vor.

Neben der rechtlichen Seite haben Kritiker dieser Sperrungen auch deren technische Wirksamkeit angezweifelt. Befürchtet wurde außerdem, dass dies einen Einstieg in eine breitere Zensur von missliebigen Inhalten darstellt.
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erstens wird man es umgehen können (nich nur im fall kipo), sei es mit nem proxy, anderen dns server, vpn tunnel... ...und zweitens wird nur diese schlimme kathegorie vorgeschoben, um genug befürworter für eine zukünftige komplett zensur zu haben -.-
 
[re:1] Muplo am 13.03.09 13:59 Uhr
(-11
@Billy Gee: Kann ich nicht zustimmen, mr.hacksector.cc. Wie ich dieses rumgesülze hasse. Es geht hier um Kinderpornografie. Das ist ja wohl mit abstand das abartigste, was es gibt und da ist es nicht möglich etwas zu machen? Oh man..
 
@Billy Gee: Vor allem die Sache mit den "freiwilligen Vertrag" find ich komisch. Provider könnten auch ohne einen Vertrag freiwillig Seiten sperren (im falle vom KiPo hätte ich auch nichts dagegen, solange es eine freiwillige, unbeeinflusste sache der Provider bleibt). Dieser "Vertrag" bietet keine Vorteile für Provider, sondern nur Nachteile. Sie MÜSSEN die URL-Listen täglich abgleichen, egal was drinn steht. Von daher eine lächerlichkeit seinesgleichen dieser Vertrag. Freiwillig bleibt Freiwillig und Vertrag bleibt Vertrag mit Verpflichtungen.
 
@Billy Gee: der simple wechsel des dns servers dürfte nichts bringen. du kannst ja nen paketfilter drüberjagen beim provider. das einzige was hilft wären verschlüsselte kanäle, sei es VPN oder sonstwas. aber das ist ja egal. alleine durch die technischen hürden, wird vielen doch bewusst, dass man gegen sie vorgeht und das man durchaus sehen könnte, was sie machen, wenn sie unvorsichtig sind, und das wäre auch schon ein erfolg, wenn durch die technischen hürden auch nur 1% der nutzer solcher materialen abgeschreckt wird, weiterzumachen.
 
@Billy Gee: absolut richtig. das läuft wie bei der youporn sperre von arcor ab noch bisherigen kenntnissen. neuer dns server und/oder proxy und gut ist. das ganze suggeriert nur ein vorgehen gegen kinderpornopgraphie. kommt mir jetzt nicht mit dem argument "im ausland werden aber so und so viele hits nachweislich geblockt" das kommt zu 99% durch trojaner und ähnliches und hat nichts mit pedophilen am hut! so sinnfrei wie telefone abzuhören weil man damit ja terroristen entlarven KÖNNTE, die benutzen doch alle eine verschlüsselung. das geht alles zu lasten unserer privatsphäre und unserer steuern. naja, präventivstaat von schäuble und von der leyen sei dank. no comment. gegen kinderpornopgraphie muss man anders vorgehen, aber nicht auf diese art und weise. ein anfang wäre es schonmal leute aus psychatrischer behandlung nicht vorzeitig zu entlassen.


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