Studie: Filesharing bringt mehr Gutes als Schlechtes

Filesharing In den Niederlanden wurde eine Studie durchgeführt, die vom Forschungsministerium in Auftrag gegeben wurde und sich mit dem Thema Filesharing beschäftigt. Demnach fördert der Dateiaustausch das Gemeinwohl.

Allein der Musikbranche entstehen durch Filesharing jedes Jahr Einbußen von über 100 Millionen Euro. Der Verbraucher dagegen kann sich über einen Mehrwert von 200 Millionen Euro freuen. "Die Gewinne, an denen sich die Konsumenten erfreuen können, sind mehr als doppelt so groß wie die Verluste, die die Produzenten erleiden", lautet das Kernergebnis der Studie.


Die Forscher stellten fest, dass Peer-to-Peer-Netze als eine Art Umverteilungsmaschine gesellschaftlichen Wohlergehens fungieren, berichtet 'heise.de'. So gaben 44 Prozent der holländischen Internetnutzer zu, dass sie in den vergangenen 12 Monaten ein- oder mehrmals Dateien getauscht haben. Gleichzeitig ging der Markt für CDs seit dem Aufkommen von Napster im Jahr 1999 deutlich zurück.

Einen direkten Zusammenhang wollen die Forscher zwischen diesen beiden Entwicklungen allerdings nicht herstellen. So wuchs beispielsweise der Markt für DVDs und Kino im gleichen Zeitraum. Es hat also eher eine Umverteilung der Budgets der Verbraucher stattgefunden.

Insgesamt bescheinigt die Studie dem Filesharing einen positiven Effekt auf die Gesellschaft. Vor allem männliche Surfer, die ohnehin keine CDs erwerben würden, haben dadurch die Möglichkeit, auf ein viel größeres Spektrum an Produkten zuzugreifen. Dennoch übersteigt die Zahl derer, die CDs käuflich erwerben, die Zahl der reinen Filesharer bei weitem. So haben 84 Prozent der über 15-Jährigen 2008 eine CD, eine DVD, ein Videospiel oder ein digitales Musikstück erworben.
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"Einen direkten Zusammenhang wollen die Forscher zwischen diesen beiden Entwicklungen allerdings nicht herstellen. So wuchs beispielsweise der Markt für DVDs und Kino im gleichen Zeitraum." Kein Wunder, damals gab's auch noch kaum schnelle Internetanschlüsse, auch heute ist es noch wesentlich einfacher, mal eben ein Album herunterzuladen, als einen ganzen Film... Auch wenn ich gegen die MI und ihre Methoden bin, glaube ich natürlich, dass es einen Zusammenhang zwischen Filesharing und niedrigeren Musikverkäufen gibt. Alles andere wäre ein "nicht-wahr-haben-Wollen".
 
@nabilash: Da mag für manche was dran sein. Bei mir ist es aber so, dass ich mir nichts aus dem Netz runterlade und trotzdem schon seit Jahren keine CD mehr gekauft habe (ausser für diverse Geschenke), weil es einfach schon lange nichts mehr gab, was micht wirklich vom Hocker gehauen hätte. Ich werde überall mit Musik bedudelt, z.B. den ganzen Tag auf der Arbeit aus dem Radio. Da will ich abends einfach Ruhe haben. Ansonsten muss ich [o3] recht geben.
 
@nabilash: Natürlich gibt es den ein oder anderen potenziellen Käufer der dadurch verloren geht, andere werden aber auch dadurch "gewonnen" (mein Bruder gehört zu der Kategorie, saugen, bei gefallen Kaufen ansonsten löschen). Ich gehöre zu den die seit der Inetflatrates sich mit Onlineradio/Shoutcast zufrieden gibt. Ganz erlich, bei der breiten masse an "Kostenlosen" zugangsmöglichkeiten, wofür man nur ein Inetanschluss benötigt (seis Youtube, LastFM und co.) gibt es für MICH schon ewig kein grund mehr Musik zu kaufen. Mal davon ab das ich seit eh und je selten/wenig Musik höre. Nur durchs Internet kaufe ich gar keine Musik mehr. Also wenn die MI gegen irgendjemanden/irgendwas was machen will dann muss sie das ganze Internet "schliessen" und nicht nur die Filesharer.
 
@Motverge: sehe ich auch so. Klar, der ein oder andere kauft sich vllt nichts, aber nicht alles was runtergeladen wird, wäre auch gekauft worden. ich will nicht wissen, wieviel von dem ganzen schrott nur angehört und wieder gelöscht wird ... die MI rechnet das als runtergeladen und nicht verkauft an. ich habe mir auch selten Maxi-CDs geholt, Radio reicht mir vollkommen aus ... Dafür kaufe ich jetzt gelegentlich Spiele, aber keine Filme oder Musik, da gibts genug andere LEGALE quellen für. Das Problem der MI liegt auch nur zu einem kleinen Prozentsatz am Filesharing, als mehr am Internet. Ich bin mal gespannt, wann sie dagegen vorgehen werden ... denen traue ich alles zu. Sehr interessant finde ich aber den Teil der Studie bzgl. der Umlagerung ... man kann es auch mal aus mehrere Sichtweisen betrachten, vllt lernt die MI das auch irgendwann mal.
 
@nabilash: Schaut euch einfach die Verkaufszahlen von Leer-Tonbändern, -Kassetten und -Disketten an, dann verpufft das Argument im Nichts. Früher wurde genauso kopiert. Man kann, selbst 20 geladene Alben nicht gleichzeitig hören bzw. wäre das unsinnig, was für ein idR gezieltes Laden spricht, genauso wie früher gezielt kopiert wurde. Und auch früher war es schon so, dass "Musikliebhaber" viele Originale im Regal hatten, bewusst um die Künstler als Fan zu unterstützen. Also ich finde das Ergebnis der Studie ist ehrlich und trifft genau meine Erfahrungen. Das die Kopierschutzmaßnahmen bei 2 großen Online-Musik-Shops entfernt wurden, ist denke ich ein Schritt in die richtige Richtung. Ich behaupte wer keine Musik kopiert gehört überwiegend zu einer Gruppe musikalisch desintressierter Menschen, die zBs nebenbei mal lieber Radio hören und eh so gut wie nie CD's kaufen, Konzerte besuchen, ins Kino gehen usw :-)


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