Netz-Sperrung für Filesharer: Geschönte Studien

Filesharing Die Medienindustrie unterfüttert ihre Forderung nach einer Internet-Abschaltung für Filesharing-Nutzer offenbar mit Studien, die starkt geschönte Zahlen enthalten. So wurden in den letzten Monaten die Ergebnisse verschiedener Umfragen veröffentlicht, nach denen 70 Prozent der Internet-Nutzer die Nutzung von Tauschbörsen bereits stoppen würden, wenn ihnen mit einer Sperrung des Netzzugangs gedroht würde.

Demnach würde das Konzept, dass User erst zwei- bis dreimal verwarnt werden, bevor der Anschluss wirklich stillgelegt wird, sehr gut funktionieren. Dies soll Kritiker beruhigen, die in einer Zwangsabschaltung sowohl eine unzulässige Einschränkung von Persönlichkeitsrechten als auch eine Art Sippenhaftung für alle anderen Mitnutzer in einem Haushalt sehen.

Allerdings stellt sich die Situation laut einer neuen Studie deutlich anders dar, berichtet das Magazin 'ArsTechnica'. Diese kommt zwar insgesamt mit 64 Prozent auf einen ähnlichen Wert, allerdings nur, wenn alle Internet-Nutzer berücksichtigt werden.

Der Anteil derer, die überhaupt Filesharing-Plattformen verwenden, liegt gemäß der Umfrage aber nur bei 18 Prozent aller User. Man müsse also nicht die Frage stellen, wie Internet-Nutzer reagieren, die Großteils gar nicht am Filesharing teilnehmen, sondern wie sich die tatsächlichen Tauschbörsen-User verhalten, hieß es.

Hier zeigt sich, dass lediglich 41 Prozent wirklich aufhören würden, Musik oder Filme aus Tauschbörsen zu beziehen, wenn sie eine Verwarnung von ihrem Provider erhalten. 37 Prozent würden sich sogar nicht einmal von einer Sperrung abhalten lassen, Filesharing zu betreiben, sondern sich vermutlich eine alternative Zugangsform suchen.
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