Unmenschliche Arbeit bei PC-Herstellern am Pranger
In der Vorweihnachtszeit boomt der Verkauf von Laptops und PCs. Eine Studie hat jetzt gezeigt, dass die Bauteile für die Rechner teilweise unter unmenschlichen Bedingungen in Fernost hergestellt werden.
Bisher kritisierten Menschenrechtler vor allem die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie in Asien, doch in letzter Zeit gerät auch die Technologiebranche in das Fadenkreuz. So befragte die Menschrechtsorganisation Students and Scholars Against Corporate Misbehavior (Sacom) zwischen Juni und September die Arbeiter zweier Computer-Zulieferer in der chinesischen Provinz Guangdong.
Die Ergebnisse des Reports "The Dark Side of Cyberspace" sind laut der Berliner Entwicklungsorganisation Weed erschreckend: "Die Arbeitszeit beträgt bis zu 370 Stunden pro Monat", erläuterte Jenny Chan von Sacom in Berlin, berichtet 'Spiegel Online'. Geht man von 30 Arbeitstagen im Monat aus, so würden die Angestellten jeden Tag 12 Stunden an ihrem Arbeitsplatz verbringen.
Diese Arbeitszeiten widersprechen selbst den chinesischen Gesetzen. Dort ist festgelegt, dass ein Arbeiter maximal 40 Stunden pro Woche arbeiten darf. Pro Monat dürfen zusätzlich 36 Überstunden geleistet werden. In der Realität sind allerdings bis zu 174 Überstunden üblich. In der Vorweihnachtszeit ist es sogar noch schlimmer. Hier werden sämtliche freien Tage gestrichen - die Arbeiter stehen 7 Tage die Woche an ihrer Station.
Als Beispiel wurde das Unternehmen Exelsior Electronics genannt, ein Zulieferer für Fujitsu Siemens. Dort werden unter anderem Platinen und Grafikkarten für Computer gefertigt. Ein Mitarbeiter würde hier 77 Euro pro Monat plus Überstunden verdienen. Tatsächlich wird davon allerdings nur ein Teil ausgezahlt, kritisieren die Menschrechtler.
Thomas Zott von Fujitsu Siemens bestätigte, dass Exelsior Electronics ein Zulieferer der Firma ist. Aufgrund der Recherche von Sacom habe man in der vergangenen Woche umgehend eine Stellungnahme des Zulieferers erbeten. Zott teilte mit, dass man von den Zulieferern verlangt, dass die Menschen- und Arbeitsrechte nicht verletzt werden. Die Produktion "darf nicht auf Kosten der Beschäftigten gehen."
Bei der anderen untersuchten Firma handelt es sich um Compeq Technology. Dort wird unter anderem für Dell, Sony und Intel produziert. Dell und Sony bestätigten die Zusammenarbeit mit diesem Zulieferer, wollten allerdings keine weitere Stellungnahme abgeben. Intel dagegen wies die Zusammenarbeit zurück. Für die Zukunft fordert Sacom von den IT-Firmen regelmäßige Überprüfungen der Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern.
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