Australien: Proteste gegen geplante Internet-Zensur

Recht, Politik & EU In mehreren Städten Australiens kam es am Wochenende zu öffentlichen Protesten gegen das Vorhaben einer Zensur von Internet-Inhalten. Mehrere Politiker forderten zuvor die Sperrung von Content auf Providerebene.

Verschiedene Webseiten, die nach australischem Recht eindeutig illegale Inhalte anbieten, sollen von den Netzbetreibern bereits blockiert werden. Mehrere hochrangige Politiker hatten nun vor einiger Zeit eine vollständige Zensur von Porno- und Fetisch-Seiten gefordert.


Dagegen gingen landesweit am ersten Aktionstag mehrere hundert Menschen auf die Straße. Zwar wurde das Ziel von 15.000 Teilnehmern so bei weitem nicht erreicht, die Veranstalter zeigten sich aber trotzdem zufrieden und wollen auf der ersten Aktion aufbauen.

Monatlich sollen nun weitere Aktionstage folgen, bei denen man die Öffentlichkeit informieren und um Unterstützung werben will. Die Protestbewegung soll so weiter wachsen und auch zahlreiche Menschen einschließen, die mangels technischer Kenntnisse die Folgen einer solchen Zensurmaßnahme noch nicht abschätzen können.

Einen vorläufigen Höhepunkt sollen die Proteste den Planungen zufolge im März 2009 erreichen. Dann will man sich beim "March on March" mit einer landesweiten Demonstration vor dem Parlament in Canberra versammeln und gegen die Zensurpläne protestieren.

Sam Russell, einer der Organisatoren betonte, dass es schließlich nicht nur um den Zugang zu Pornographie ginge. Die Provider sollen zukünftig alles sperren, was als unrechtmäßig eingestuft wird. Die Entscheidung darüber trifft aber voraussichtlich kein Gericht, sondern eine Kommission bei der australischen Telekommunikations- und Medienbehörde ACMA. "Das wird es Leuten mit einer ordentlich gefüllten Geldbörse ermöglichen, bei der ACMA ständig die Sperrung von allen möglichen Sachen zu fordern, die ihnen nicht passen", sagte Russel.
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ist Porno und Fetisch in Australien verboten?
 
@Kalimann: ja.. nur Nachrichtenseiten sind erlaubt :-)
 
@Kalimann: Nicht direkt, aber so wie ich das verstehe, wird damit argumentiert, dass das Internet automatisch diese Inhalte Minderjährigen zur Verfügung stellt...
 
@Kalimann: Das ist mal wieder typisch. Sachen verordnen, weil man sie einfach so haben will und keine Lust hat die Folgen zu bedenken. In Sachen Sexualität sind die Menschen einfach irrational prüde. Wozu so eine Verordnung führt lässt sich glaube ich kaum abschätzen, denn auch Sexualität braucht irgendwo ein Ventil. Vergewaltigungen etc. meist vorprogrammiert. Klar muss man Handlungen nachgehen, die anderen Menschen schaden, um so die Möglichkeit des einiger Maßen friedlichen Zusammenlebens zu wahren... Aber Sitte zum Gesetz zu machen und dann auch noch die Möglichkeit der Ausdrucksfreiheit im Internet zu beschränken ist ein wirklich starker Einschnitt in die persönliche Freiheit der Menschen. Das ist der falsche Weg
 
@80486: War von mir eine wirklich ernst gemeinte Frage. ChristianCRT: Ich stimme dir voll zu. Ford Prefect: Wann lernt man endlich dass das Internet kein kinderspielzeug ist.


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