Xbox 360: Microsoft wusste vorab von Kratzergefahr

Microsoft Konsolen Microsoft wusste offenbar schon vor der Markteinführung der Xbox 360, dass es Probleme mit der Beschädigung von Spielemedien durch das DVD-Laufwerk der Konsole geben würde. Dies geht aus jetzt veröffentlichten Dokumenten (PDF) hervor. Den Informationen zufolge, die nun im Rahmen einer seit Juli 2007 laufenden Sammelklage veröffentlicht wurden, wusste das für die Arbeit am DVD-Laufwerk der Xbox 360 zuständige Team um den Programm-Manager Hiroo Umeno bereits im Oktober oder September des Jahres 2005 von einem Problem durch sich verschiebende Spielemedien. Die Konsole kam erst Ende November bzw. Anfang Dezember 2005 auf den Markt.

Damals habe man einen ersten Bericht erhalten, wonach die DVD eines Spiels im Laufwerk der Xbox 360 verrutschen kann. Erst nach der Einführung der Konsole wurde ein Team losgeschickt, das das Ausmaß der Probleme auf dem US-Markt untersuchen sollte. Auslöser waren Meldungen, wonach bei Vorführungen immer wieder Spielemedien stark zerkratzt wurden.

Microsoft fand bei seinen Untersuchungen heraus, dass die Spielemedien beim Aufrichten oder Hinlegen der Konsole verrutschen können, wodurch sie mit der Leseeinheit des Laufwerks kollidieren, was wiederum zu tiefen, kreisrunden Kratzern führen kann. In der Folge wurden drei Lösungsansätze entwickelt, die allerdings allesamt wieder verworfen wurden.

Eines der Konzepte sah vor, das magnetische Feld des Disc-Halters zu erhöhen, was aber aufgrund möglicher Probleme mit dem Öffnungs- und Schließungsmechanismus nicht in Frage kam. Lösung Nummer zwei wäre die Senkung der Laufwerksgeschwindigkeit gewesen, was aber zu längeren Ladezeiten geführt hätte. Im dritten Fall wären kleine Abstandshalter eingeführt worden, was aber aufgrund möglicher Kosten von 35 bis 75 Millionen US-Dollar zum damaligen Zeitpunkt abgelehnt wurde.

Statt einen der obigen Lösungsansätze zu verwenden, entschied sich Microsoft später, das Austauschprogramm für beschädigte Spielemedien der Xbox 360 aufzulegen. Dabei erhalten Kunden Ersatz für beschädigte Spiele, allerdings nur für Microsoft-eigene Titel und unter der Bedingung, dass sie pro Spiel 15 Euro Bearbeitungs- und Versandgebühren bezahlen.

Außerdem finden sich im Handbuch und am Laufwerk der Konsole mittlerweile Hinweise, die den Kundenauffordern, die Spiele-Disc aus dem Laufwerk zu nehmen, wenn er die Konsole hinlegen oder senkrecht aufstellen will. Aus internen E-Mails geht aber hervor, dass man auch bei Microsoft nicht von der Wirksamkeit dieser Maßnahmen überzeugt war. Bis Ende April 2008 soll es den Dokumenten zufolge bereits 55.000 Beschwerden über beschädigte Spiele gegeben haben.

Die Kläger sehen durch die Papiere den Vorwurf bestätigt, dass Microsoft die Konsole wissentlich mit dem Mangel ausgeliefert hat. Sie sehen außerdem schwere Versäumnisse, weil ein von ihnen zitierter Berater angab, dass bei anderen Herstellern, darunter auch Sony und Nintendo, bei der Entwicklung berücksichtigt wird, dass die Kunden die Konsole möglicherweise im Betrieb umpositionieren wollen.

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