USA: 19-Jähriger begeht Selbstmord per Live-Stream

Internet & Webdienste Der Videodienst Justin.tv ermöglicht seinen Nutzern, andere per Live-Stream an ihrem Leben teilhaben zu lassen. Nachdem man zunächst mit einem einzigen Protagonisten gestartet war, kann nun praktisch jeder seinen eigenen Stream einrichten.

Der Dienst wird immer wieder missbraucht, was ihm in den letzten Jahren mehrfach negative Schlagzeilen einbrachte. Nun gibt es aber einen besonders krassen Fall, der den Höhepunkt einer äußerst fragwürdigen Entwicklung darstellt. Ein junger Amerikaner nahm sich vor laufender Kamera per Live-Stream das Leben.

Der 19-Jährige nahm eine große Menge Arzneimittel zu sich, die schließlich zu einer Überdosis führte. Bei all dem waren weit über 100 Internet-Nutzer dabei, die seinen Stream live verfolgten. Einige von ihnen sollen den jungen Mann sogar noch angestachelt haben. Er hatte seinen Selbstmord zuvor in einem Web-Forum für Bodybuilding-Interessierte angekündigt.


Der Teenager aus dem US-Bundesstaat Florida hatte schon früher mehrfach Selbstmordankündigungen in verschiedenen Internet-Foren veröffentlicht. Aus diesem Grund nahmen viele seiner "Zuschauer" die jüngste Ankündigung offenbar zunächst nicht ernst und machten sich über ihn lustig.

Einige Beteiligte erkannten dennoch den Ernst der Lage und kontaktierten die örtliche Polizei. Das Sheriff's Department von Broward County, südlich von Fort Lauderdale, reagierte offenbar zügig und schickte Beamte, die sich Zutritt zur Wohnung des Mannes verschafften. Sie fanden jedoch nur noch seine Leiche.

Michael Seibel, Chef von Justin.tv, bedauerte den Vorfall ausdrücklich, verteidigte aber auch seine Plattform. So gebe es verschiedene Maßnahmen, die die Veröffentlichung fragwürdiger Inhalte verhindern sollen. Die Nutzerseiten würden entsprechend überwacht. Auch im Fall des 19-Jährigen hätten die Kontrollfunktionen gegriffen, so dass die entsprechenden Inhalte inzwischen entfernt wurden.
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"so dass die entsprechenden Inhalte inzwischen entfernt wurden" Na welch ein Trost... Das da ein junger Mann sein Leben gelassen hat, is ja doof. Aber Hauptsache die Inhalte wurden DANACH entfernt. Ja is doch schön [/ironie] Die einzigen, die da halbwegs anständig reagiert haben sind die, die sich direkt bei der Polizei gemeldet haben. Den Rest sollte man dranbekommen... Und hätten deren achsotolle Maßnahmen wirklich gegriffen, wäre der gute vllt noch am Leben. Was für lachhafte Ausflüchte
 
[re:1] [Dane] am 21.11.08 13:26 Uhr
(+14
@Slurp: Ja genau, die Seite hat ihn in den Tot getrieben... er hatte es doch eh vor.. ob nun jemand zu sieht oder nicht ist doch egal!
 
@Slurp: Wie soll man denn bitte einen LIVE-Stream überwachen? Soll pro Channel ein Mitarbeiter das Video überwachen? Ich muss sagen, die live Übertragung aus dem IRAK-Krieg war deutlich perverser. Aber das fanden ja alle toll. Konnte man ja bequem vom Sofa aus sehen.
 
@Jevermann: Ich fand die Irak-Krieg Übertragungen auch absolut lachhaft, unethisch und... typisch amerikanisch inszeniert. Aber wenn jemand (wie in der News beschrieben) schon in etlichen Foren genau das ankündigte, liegt es - meiner Meinung nach - in der Pflicht des Betreibers, so etwas nachzugehen und verstärkt zu kontrollieren...
 
@Slurp: Was soll man sagen ... es ist zweifellos sehr, sehr tragisch, was da passiert ist, aber der Betreiber "Justin.tv" ist mit Sicherheit nicht Schuld an diesen Geschehnissen.


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