Branchenverband BITKOM übt Kritik am BKA-Gesetz

Datenschutz Am Mittwoch wurde im Bundestag mit großer Mehrheit das umstrittene BKA-Gesetz durchgewunken, welches auch heimliche Online-Durchsuchungen erlaubt (wir berichteten). Der Branchenverband BITKOM übt nun scharfe Kritik.

Bereits am Mittwoch erklärte August-Wilhelm Scheer, Präsident des BITKOM, dass man sich nicht gegen das Gesetz sperren würde, wenn dadurch Leben gerettet und der Terrorismus eingedämmt werden könnten. "Aber das von den Regierungsparteien beschlossene Gesetz enthält Fehlentscheidungen und lässt wichtige Fragen offen", so Scheer.


Ein Problem sieht er vor allem in dem Beschluss, dass BKA-Mitarbeiter künftig in wichtigen Fällen auch ohne richterlichen Beschluss Computer durchsuchen dürfen. "Wir müssen dafür sorgen, dass bei der Kriminalitätsbekämpfung das Vertrauen unbescholtener Nutzer in ihre Privatsphäre nicht leidet", meint Scheer.

Kritik erntet auch eine Passage im BKA-Gesetz, welche den BKA-Mitarbeitern quasi eine alleinige Entscheidungsfreiheit darüber gibt, welche Daten auf einem Computer zum 'Kernbereich der Privatsphäre' gehören. Diese Tatsache sei nicht akzeptabel, erklärte Scheer und forderte, dass Richter entscheiden sollten, welche privaten Daten die Polizei nicht verwenden darf.
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"Ein Problem sieht er vor allem in dem Beschluss, dass BKA-Mitarbeiter künftig in wichtigen Fällen auch ohne richterlichen Beschluss Computer durchsuchen dürfen."....wichtige Fälle.....cooler Freibrief.
 
@Forum: eine Definition für "wichtige Fälle" würde ich mal gerne haben. D.h. dann wohl so viel wie jeder ist ein wichtiger Fall.
 
@Forum: Nicht nur das! Die dürften mit diesem Gesetz sogar die E-Mailserver bei den Providern "Durchsuchen". Als wenn "Terrorverdächtige" nicht wüssten wie man Freemailer aus dem Ausland verwendet! Ich werde den Eindruck nicht los das man bei diesem Gesetz davon ausgeht das "Terrorverdächtige" von Natur aus BLÖD sind. Lieber Herr unwissender Schäuble, entweder sind Sie wirklich so blöd/naiv, oder Sie sollten schnellstmöglich sich nach neuen Beratern umsehen.
 
@The Grinch: jap, schäuble denkt nur in deutschland nicht ausserhalb
 
@Forum: Nicht nur das. Der Freibrief ist auch im Bezug auf die Definition Terrorist nicht mehr ganz eindeutig. Zu Zeiten der RAF hat man diese Definition klar abgegerenzt und definiert was eigentlich ein Terrorist ist. Das ist im Zuge der Grundgesetzvergewaltigung durch Schily und Schäuble nicht mehr so ganz klar. Terrorist ist jetzt nach deren schwammiger Definition jeder der sich gegen die Regierung stellt und ihrer Meinung nach Schaden anrichtet. Das können also Gewerkschaftler, Menschenrechtler und Oppositionelle sein aber auch ganz normale friedlich demonstrierende Bürger. Das hat mit Demokratie leider nichts mehr zu tun.


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