Argentinien: Justiz lässt Google und Yahoo zensieren

Recht, Politik & EU Seit einiger Zeit müssen Google und Yahoo ihre Suchmaschinen in Argentinien zensieren. Zahlreiche Prominente setzten vor Gericht die Streichung ihrer Namen aus dem Suchindex durch.

Über 100 Personen - Politiker, Models, Schauspieler und Sportler - zogen seit 2006 bereits vor Gericht. Sucht man bei Yahoo Argentina nach Diego Maradona, einen der bekanntesten Fußballer der Welt und neuer Trainer der argentinischen Nationalmannschaft, erhält man keinen Treffer.


Statt dessen blendet Yahoo eine Mitteilung ein, dass die Suchergebnisse in Folge einer gerichtlichen Anordnung entfernt werden mussten. Während Yahoo die jeweiligen Namen komplett aus dem Index streicht, macht man sich bei Google etwas mehr Mühe und entfernt nur die im Prozess beanstandeten Webseiten.

Die prominenten Kläger haben dabei eines gemeinsam: Den Anwalt Martin Leguizamon Peña. Dieser setzt nach eigenen Angaben in 80 Prozent aller Fälle durch, dass unerwünschte Links in den Suchmaschinen entfernt werden müssen. Woche für Woche erhält er von seinen Mandanten Listen von Weblogs, Nachrichtenartikeln und anderen Webseiten, in denen diese in ein schlechtes Licht gerückt oder auch nur kritisiert werden. Diese lässt er dann aus den Suchindizes entfernen.

Google und Yahoo versuchen, mit Revisionsverfahren gegen diese Zensur vorzugehen. Bisher hatten sie damit allerdings kaum Erfolg. Argentinischen Nutzern, die differenziertere Darstellungen von Prominenten erhalten wollen, müssen daher inzwischen auf andere spanischsprachige Angebote der beiden Unternehmen zurückgreifen.
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