 Gemessen an den Plänen der britischen Regierung ist unsere Vorratsdatenspeicherung kaum der Rede wert: Geprüft wird die komplette Speicherung von E-Mails und Seitenabrufen.
Black Boxes sollen in den Backbone eingeklinkt werden und neben Verbindungsdaten auch die Inhalte der Kommunikation aufzeichnen. Anschließend will man die Informationen in eine große Zentrale Datenbank überführen und im Rahmen der Kriminalitätsbekämpfung nutzen können.
Es habe bereits erste Gespräche zwischen Vertretern des Innenministeriums und der ITK-Branche gegeben. Konkrete Ergebnisse wurden allerdings nicht bekannt. Die Kosten für das Projekt soll nach Vorstellungen von Regierungsvertretern komplett der Staat zahlen.
Letztlich soll das Projekt im neuen Communication Data Bill verankert werden, dass im kommenden Jahr im Parlament zur Diskussion gestellt wird. Die technischen Grundlagen für die Speicherung der Daten sollen in einem nächsten Schritt geschaffen werden.
Ob sich das Projekt letztlich aber durchsetzen lassen wird, ist mehr als fraglich. Von Seiten der britischen Datenschutzbehörde hieß es bereits, dass die Pläne eindeutig zu weit gingen. Mit politischem Widerstand ist also zu rechnen.
Problematisch dürfte allerdings auch die technische Umsetzung werden. Allein der durchschnitliche Traffic am zentralen britischen Internet-Knoten LINX liegt bei rund 200 Gigabit pro Sekunde. Täglich werden hier also mehr als 2 Petabyte Daten umgeschlagen, worin der Verkehr innerhalb der Netze großer Provider noch gar nicht zum Tragen kommt.
Selbst wenn nur Teile der gesamten Kommunikation mitgespeichert werden und man den Datenaustausch über P2P-Netze beispielsweise beiseite lässt, müssten täglich mehrere hundert Terabyte archiviert werden. Schon das dürfte technisch ein Problem werden. Noch schwieriger dürfte sich die sinnvolle Auswertung solcher Datenmengen gestalten.
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