Bericht: Skype-Nutzer werden in China durchleuchtet

Datenschutz Die chinesische Tochter des VoIP-Anbieters Skype soll die Kommunikation ihrer Nutzer überwachen und politisch missliebige Äußerungen speichern. Auf acht Servern werden diese zusammen mit Millionen Nutzerprofilen aufbewahrt. Diesen Vorwurf erheben Forscher aus Kanada, die entsprechende Beweise gefunden haben wollen. Skype, eine Tochter des Online-Auktionshauses eBay, betreibt die chinesische Niederlassung gemeinsam mit dem dort ansässigen Portal TOM Online.

Neben Inhalten von Chats über den Instant Messenger würden auch Verbindungsdaten von VoIP-Gesprächen archiviert. Dem kamen die Forscher auf die Spur, weil die Server über eine Sicherheitslücke von außen zugänglich waren. Die gespeicherten Daten konnten vollständig eingesehen werden.

Nart Villeneuve, Dozent an der University of Toronto, führte in seinem Bericht aus, dass die Nutzerdaten auf den Servern zwar verschlüsselt waren, der passende Key jedoch auf dem gleichen System gefunden werden konnte. Bei einer Analyse habe sich gezeigt, dass das Filtersystem nicht nur auf bestimmte Schlüsselwörter anspringt, sondern offenbar auch gezielt Nachrichten bestimmter Nutzer oder kontextabhängig speichert.

In einer Stellungnahme von Skype heißt es, dass es nicht überraschend sei, dass die chinesische Regierung die Kommunikation im Internet überwachen lässt. "Totzdem sind wir besorgt über die Sicherheitslücke", so Firmensprecherin Jennifer Caukin. Man habe den Partner TOM, bei dem die fraglichen Server stehen, informiert und das Problem sei inzwischen behoben.

TOM selbst wies in Reaktion auf Presseanfragen darauf hin, dass man als chinesisches Unternehmen verpflichtet sei, sich an die rechtlichen Vorgaben zu halten. Das betrifft auch die Überwachung der Nutzer.

In der Vergangenheit gerieten bereits mehrfach IT-Unternehmen in die Kritik, weil sie zugunsten eines gutes Geschäfts in China auf Datenschutz-Normen verzichten, die sie in westlichen Staaten stets hochhalten. Unter Beschuss gerieten dabei Google wegen der Zensur von Suchergebnissen und Yahoo wegen der Weitergabe von Nutzerdaten an die chinesischen Behörden, woraufhin mehrere Systemkritiker zu hohen Haftstrafen verurteilt wurden.

Weitere Informationen: Villeneuves Bericht "Breaching Trust"
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