Schweden: Proteste gegen Überwachung erfolgreich

Datenschutz Die schwedische Regierung reagiert auf die massiven Proteste gegen ein kürzlich eingeführtes Gesetz zur Überwachung des Internet-Verkehrs. Die Regelungen sollen nun entschärft werden.

Polizei und Geheimdienste erhielten mit dem neuen Gesetz das Recht, jeglichen grenzüberschreitenden Internet-Verkehr zu überwachen. Wegen der Struktur des Netzes bedeutete dies praktisch einen Freibrief zum Ausspionieren sämtlicher E-Mails, VoIP-Telefonate und anderer Verbindungen von schwedischen und ausländischen Bürgern.


Bürgerrechtler hatten in den letzten Monaten breite Kampagnen gegen das Gesetz durchgeführt. Prominente Anbieter von Online-Angeboten wie die Betreiber des BitTorrekt-Trackers Pirate Bay forderten gar die Abkopplung Schwedens vom Internet und kündigten die Entwicklung starker Verschlüsselungssysteme an.

Wie die Regierung nun mitteilte, soll das Abhören von Verbindungen nun wieder auf Einzelfälle beschränkt werden, die einer richterlichen Genehmigung bedürfen. Die Befugnisse des Militärgeheimdienst werden außerdem wieder auf militärische Bedrohungen von Außen beschränkt. Die Änderungen wurden in der Regierungskoalition bereits einmündig beschlossen, hieß es. Nun müssen sie noch formal durch einen Parlamentsbeschluss abgesegnet werden.
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schade das hierzulande die leute ihren arsch nicht hoch kriegen, wenn schäuble unter dem deckmantel von"terror gefahr" immer schärfere überwachungsgesetze auf dem weg bringt.
 
[re:1] pkon am 26.09.08 16:57 Uhr
(+8
@cesar: Dachte ich mir auch gerade. Allerdings scheinen die schwedischen Politiker auch deutlich einsichtiger zu sein als die hiesigen. Gegen den Schäuble könnten 10 Millionen protestieren, und er würde sich wahrscheinlich noch darin bestätigt sehen, dass alle Menschen Terroristen sind, denn sonst hätten sie ja nichts zu verbergen.
 
@cesar: Noch viel interessanter ist, das ein Politiker in Schweden nicht wiedergewählt wird, wenn er Bockmist baut. Es gibt dort auch kaum Politverdrossenheit, gerade weil dort das Volk das sagen hat. Wir deutschen sind zu eingeschüchtert, bewusst gestalltet von der Politik, wo dann immer die ausrede kommt: "Können wir nicht machen, sonst würde sich das dritte Reich wiederholen". Ich würde sogar sagen, Deutschland ist immernoch eine Besatzszone, denn die Demokratie in diesen Land ist meiner Ansicht nach nicht das, was sich das Volk darunter vorstellt bzw. wie es in den Schulen einem gelehrt wird.
 
@cesar: Und wenn dann eine Demo gegen "irgend Etwas" läuft bewirkt diese leider nur sehr wenig bis nichts! Auf dem Ohr sind unsere gewählten Volksverhetzer leider extrem Taub.
 
Naja, was die Schwedischen Politiker jetzt als Entschärfte Variante einführen ist sehr ähnlich mit dem, was bei uns jetzt unter Protesten (jedoch nicht welche, die ich als massiv bezeichnen würde) eingeführt wird bzw. werden soll. Insofern sind die Schwedischen Politiker eher weniger einsichtig als unsere. Hingegen ist die Schwedische Bevölkerung einsichtiger als die Deutsche, denn sie protestiert erst, wenn es auch einen Grund dazu gibt. Nichts desto trotz halte ich Herrn Schäuble ebenfalls für unzurechnungsfähig :)


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