Ex-Mitarbeiter nahm Dokumente von Intel mit zu AMD

Wirtschaft & Firmen Ein früherer Mitarbeiter des Halbleiterkonzerns Intel wurde jetzt in den USA angeklagt, weil er angeblich Firmengeheimnisse an den Konkurrenten AMD weitergegeben haben soll. Der Mann war zu AMD gewechselt und hat vorher angeblich geheime Dokumente kopiert.

Nach Angaben der US-Bundespolizei hat der Angeklagte rund 100 Intel-interne Dokumente sowie 19 CAD-Zeichnungen, darunter auch 13 als "Top Secret" eingestufte Dokumente, kopiert. Diese wurden bei einer Durchsuchung des Hauses des Angeklagten gefunden.

Der Mann soll ursprünglich bei Intel um eine Versetzung gebeten haben, weil er vorgeblich seine in Kalifornien für das Unternehmen arbeitende Frau vermisste. Als man ihm dann eine Versetzung an einen Standort in Kalifornien anbot, lehnte er dies jedoch ab und gab an, künftig für einen Hedgefonds arbeiten zu wollen.


Er gab gegenüber Intel an, er wolle bis Mitte Juni 2008 Urlaub nehmen, um danach seine Stelle beim neuen Arbeitgeber anzunehmen. Tatsächlich aber soll der Mann bereits über Monate hinweg mit AMD verhandelt haben. Er begann dann auch tatsächlich schon über eine Woche vor dem Ende seiner angeblichen Urlaubszeit mit seiner Arbeit für AMD.

Während dieser Zeit hatte er noch Zugriff auf den ihm von Intel zur Verfügung gestellten Laptop und das Intranet des Chipherstellers. Diese Möglichkeit soll er nach Angaben des FBI genutzt haben, um Dokumente zu sammeln, die seinem neuen Arbeitgeber AMD natürlich sehr nützlich sein könnten.

Als ein Intel-Mitarbeiter von der Tätigkeit des Angeklagten für AMD erfuhr, ließ er prüfen, ob von ihm interne Dokumente abgerufen worden waren. In der Folge wurde dann das FBI eingeschaltet. Intel ließ von einer Sprecherin erklären, dass man das FBI hinzugezogen habe, um mögliche illegale Aktivitäten aufzudecken.

AMD hatte den Beschuldigten an eine Einrichtung für die Entwicklung von Chips der nächsten Generation geholt, er ist nun aber nach Aussage seines Anwalts nicht mehr dort tätig. Der Mann wurde nicht verhaftet, muss aber seinen Pass abgeben, um ein Verlassen des Landes zu verhindern.

Er beteuert zudem seine Unschuld. Gegenüber dem FBI gab er zu Protokoll, dass er die Dokumente zwar abgerufen hat, dies aber nicht tat, um Intel zu schaden. Stattdessen sei es sein persönliches Interesse gewesen, das ihn dazu veranlasste. Außerdem habe er seiner Frau, die ebenfalls bei Intel arbeitet, bei der Vorbereitung auf eine neue Stelle im Intel-Werk in Hudson, Kalifornien helfen wollen.

Dem FBI zufolge wusste man bei AMD tatsächlich nicht, was der neue Mitarbeiter da tat und stiftete ihn auch nicht dazu an. Es gebe außerdem keinerlei Beweise, dass AMD jemals in den Besitz der von dem Angeklagten kopierten Daten gelangte. Der Intel-Konkurrent sicherte seine volle Kooperationsbereitschaft zu.
Diese Nachricht empfehlen:
 
Schöne Schei... wenn er tatsächlich unschuldig ist. Nur warum er dann eine Woche früher arbeiten ging? Na ja :)
 
Irgendwie will sich bei mir trotzdem kein Mitleid für Intel einstellen...
 
@Der_Heimwerkerkönig: warum sollte man durch diese News auch Mitleid für Intel haben? Oo
 
[flame]Hoffentlich hat AMD die Dokumente noch irgendwie bekommen, damit Intel endlich mal den verdienten Schlag in die Fresse kriegt[/flame] Scherz beiseite, aber wäre doch echt nett oder ?
 
@m.schmidler: durch miese Tricks seine Stellung verbessern, finde ich alles andere als Ok.


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen

Schreiben Sie uns Ihre Meinung, bewerten Sie Kommentare oder diskutieren Sie mit anderen WinFuture.de Lesern!

Melden Sie sich jetzt kostenlos an
oder verwenden Sie Ihren bestehenden Zugang.

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

Community

  • Neue Kommentare
  • Neue Mitglieder

WinFuture wird gehostet von Artfiles

MSDN Online

News zu IT Pro- und Dev-Tools