Windows Codename "7": Microsoft geht ins Detail

Nach Angaben von Sinofsky gibt es während der Entwicklung bestimmte Kriterien, die zum Ende eines jeden Meilensteins erfüllt sein müssen. Vor dem Beginn der Betaphase müssen diese erfüllt sein, ist dies nicht auf breiter Front der Fall, werden die ersten Testversionen nicht ausgeliefert. Die zu erfüllenden Kriterien sind dabei verschiedenster Natur, teilweise geht es um "Mikro-Benchmarks", also zum Beispiel die CPU-Auslastung oder die Framerate in Spielen. Es kann sich aber auch um bestimmte Nutzungsszenarien handeln, bei denen es darum geht, die bis zur Erfüllung einer Aufgabe nötige Zeit oder die durchzuführenden Mausklicks zu messen.

Die Messungen erfolgen auf diversen Hardware-Konfigurationen, darunter zum Beispiel 32- oder 64-Bit-Systeme mit 1, 2 oder 4 Gigabyte RAM, Festplatten mit 5400 oder 7200 Umdrehungen in der Minute, Solid State Drives, verschiedene Prozessoren und noch viel mehr. Da es verschiedene Beschränkungen bei der architekturellen Herangehensweise geben kann, kommt oft auch Code zum Einsatz, der von der Hardware abhängig ist, auf der Windows läuft.

Bei allen Überlegungen muss Microsoft laut Sinofsky ständig abwägen, welche Veränderungen die spezifischen Anforderungen bestimmter Kunden erfüllen können, für andere aber keine Verbesserungen oder gar Nachteile mit sich bringen. Unter anderem werde von den Nutzern häufig gefordert, dass man Windows doch bitte ansprechender gestalten soll, zum Beispiel mit Animationen oder aufwändiger Grafik "wie bei Konkurrenzprodukten". Andererseits gibt es jedoch auch Stimmen, die den Verzicht auf Grafik und eine Oberfläche à la Windows 2000 fordern.

Auch was die Forderungen nach einer Anpassung von Windows an bestimmte Nutzungsbereiche betrifft, gibt es Gegenstimmen die stattdessen eine Konsolidierung der verschiedenen derzeit verfügbaren Varianten fordern. Microsofts Spielraum ist in dieser Hinsicht laut Sinofsky aber beschränkt, weil man immer versuchen muss, eine Plattform zu schaffen, die einer möglichst großen Zahl der Nutzer und Software-Entwickler verlässlich dienen kann. Auch muss sichergestellt werden, dass diese Basis robust und kontrollierbar ist.

In einem begrenzten Rahmen - also beim Kunden zuhause oder in der Firma, wo eine bestimmte Auswahl von Software im Einsatz ist - kann man selbst auch künftig die von Windows gebotenen Werkzeuge nutzen, um das Nutzungserlebnis zu verbessern, kündigte Sinofsky an. Die Möglichkeit selbst zu wählen und zu steuern, was im PC vorgeht, soll daher in Windows hervorgehoben werden und ist für Microsoft sehr wichtig. Dazu will man bei der Arbeit an Windows "7" Funktionen hinzufügen, die möglichst vielen Nutzern dienen können, andererseits aber neue Wahlmöglichkeiten bieten. Der Kunde soll so unter anderem entscheiden können, wie bestimmte Protokolle oder Dateitypen verarbeitet werden. Außerdem sollen neue Anpassungsmöglichkeiten geschaffen werden, was das gesamte Nutzungserlebnis angeht.

Insgesamt will Microsoft sich bei der Entwicklung von "7" nach Angaben von Sinofsky vor allem auf die Ergebnisse realitätsnaher Tests verlassen, statt mit Idealbedingungen zu rechnen. Dazu kommen neben Benchmarks im Labor, bei denen der hinzugefügte Code genau auf seine Auswirkungen überwacht werden kann, auch bei den zahlreichen PC-Herstellern Benchmarks zum Einsatz, die die Leistung der Systeme beim Verlassen der Produktionsstätte prüfen. Zusätzlich sammelt man die Daten aus den Feedback-Programmen, mit denen die Anwender selbst Fehler oder Probleme melden können und die Leistung ihrer Systeme überwacht wird. Auf diese Weise erfährt Microsoft, wie sich die PCs mit Windows in der "Realtität" verhalten. Innerhalb der kommenden Monate will man diese Informationen nutzen, um offen über die tatsächlichen Verhältnisse zu reden, statt sich auf Anekdoten oder andere "wenig verlässliche" Formen der Information zu verlassen.
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