Erste Betaversion von DirectX 11 kommt noch 2008
Nvidia hält derzeit die erste eigene Hausmesse ab, die Nvision 08. Am gestrigen Dienstag hielt dort der Microsoft-Programmierer Kevin Gee einen Vortrag, in dem er auf die kommende Multimediaschnittstelle DirectX 11 einging.
Demnach soll es bereits im November eine erste Betaversion geben, mit der Programmierer die Neuerungen in Version 11 ausprobieren können. Im Gegensatz zu DirectX 10, das viele Neuerungen mitbrachte und somit diverse Kompatibilitätsprobleme verursachte, soll DirectX 11 weniger radikal sein. Evolution statt Revolution lautet das Motto.
Mit der elften Version der Multimediaschnittstelle will man vor allem moderne Grafikprozessoren voll unterstützen. Statt eines riesigen Shaders, der tausende Zeilen Code umfasst, sollen die Entwickler wieder einzelne Shader für genau definierte Aufgaben schreiben können. Als Beispiel nannte Gee hier mehrere Lichtquellen, deren Abhängigkeiten oft in einen einzelnen Shader gepackt wurden. Zukünftig sollen diese wieder in einzelnen Klassen organisiert werden - DirectX 11 kümmert sich dann um die Verwaltung der Threads in der GPU.
Das kommende Shader Model 5.0 wird unter anderem eine neue Klasse beinhalten, die als Compute Shader bezeichnet wird. Damit ist es möglich, Berechnungen auf die GPU auszulagern, obwohl diese überhaupt nichts mit der Grafikdarstellung zu tun haben. Dazu gehört beispielsweise die Physik, künstliche Intelligenz und Kompression. Da man einen herstellerunabhängigen Ansatz gewählt hat, funktioniert die Technologie nicht nur mit Grafikkarten von Nvidia, sondern auch mit den Modellen von AMD und Intel.
Die Klasse der Compute Shaders kann auch angewendet werden, um Effekte auf den gesamten Bildschirm anzuwenden, beispielsweise eine Bewegungsunschärfe oder Anti-Aliasing. Dazu muss die gerenderte Szene aber erst in den Grafikspeicher zurückgeschrieben werden, was verhältnismäßig viel Zeit kostet. Diese Technik wird demnach nicht direkt in Spielen eingesetzt, sondern beispielsweise in Zwischensequenzen.
Ein weiteres neues Feature von DirectX 11, über das wir bereits berichteten, ist die Tesselation. Damit werden Objekte in kleine Teile zerlegt, um so von mutli-threading fähigen CPUs und GPUs effektiver verarbeitet werden zu können. Dieses Feature muss direkt von der Grafikkarte unterstützt werden. Spätestens hier wird als eine DirectX-11-zertifizierte Hardware notwendig.
Die für den November geplante Vorabversion soll noch auf der DirectX-10-Hardware lauffähig sein. Die ersten Funktionen werden dann in dem DirectX-SDK veröffentlicht. DirectX 11 selbst wird erst zusammen mit Windows 7 auf den Markt kommen, aber auch unter Windows Vista lauffähig sein.
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Michael Diestelberg
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