Windows "7": Design darf stärker verändert werden
Gerade unter den Nutzern von Windows XP sind Modifikationen der Benutzeroberfläche mit eigenen so genannten "Styles" beliebt. Zahllose verschiedene Stile stehen zur Auswahl bereit, auch wenn Microsoft den Austausch der Grafiken der Windows-Oberfläche nicht offiziell unterstützt.
Bisher müssen die Anwender immer Systemdateien modifizieren, um selbst gestaltete Theme-Pakete nutzen zu können. Microsoft veröffentlicht zwar immer wieder eigene Themes, doch deren meist gegenüber dem Original eher zurückhaltenden Veränderungen reichen vielen Anwendern nicht aus.
Mit Windows Codename "7" will Microsoft die Möglichkeiten zur Umgestaltung der Oberfläche des Betriebssystems durch die Nutzer offenbar etwas erweitern. Ein vom Windows-Spezialisten Long Zheng entdecktes Dokument zur Erstellung von .theme-Dateien, hielt dazu einige Informationen bereit. Inzwischen sind die Verweise auf Windows "7" allerdings wieder entfernt worden.
Unter anderem war darin von einer "Theme-Galerie" die Rede, in der die verschiedenen Visual-Styles oder ganze Themes anhand von eigenen Symbolen übersichtlich angezeigt werden. Die Theme-Ersteller sollen den Pfad zum jeweiligen Icon direkt in der .theme-Datei angeben können, wobei es sich auch um eingebettete Elemente handeln kann.
In der Konfigurationsdatei lässt sich unter Windows "7" zudem angeben, dass mehrere Hintergrundbilder in Form einer Art Diashow angezeigt werden sollen. Die Bilder lagern einfach in einem Ordner, auf den dann aus der .theme-Datei verwiesen wird. Natürlich ist diese Funktionalität optional.
Microsoft will außerdem die Erstellung so genannter "Theme Packs" durch die Nutzer selbst erlauben. Der Anwender werde unter Windows "7" in der Lage sein, Theme Packs in Form von .cab-Archiven zu erstellen, die nicht nur die .theme-Datei, sondern auch alle zur Verwendung des jeweiligen Pakets auf einem anderen Rechner nötigen weiteren Inhalte umfassen.
Die Erstellung eigener Theme Packs sei dann über die Personalisierungsanwendung in der Systemsteuerung möglich, heißt es. Auch wenn es auf den ersten Blick so scheint, als ob Microsoft den Nutzern von Windows nun mehr Gestaltungsmöglichkeiten geben will, bleibt die Desk-Modding-Szene skeptisch.
So bezweifelt Rafael Rivera, einer ihrer wichtigsten Vertreter, dass Microsoft mit den Neuerungen das Theme-System von Windows tatsächlich für die Entwürfe von Drittanbietern öffnet. Es wird wohl weiterhin digitale Signaturen geben, die es zu entfernen gilt, wenn man das Interface von Windows wirklich frei gestalten will, mutmaßt er.
Unter Windows 95 war es mit dem Zusatzpaket Plus! bereits möglich, umfangreiche Veränderungen an der Oberfläche vorzunehmen. Damit ließen sich so genannte "Desktop Themes" installieren und anpassen, bei denen sowohl die Gestaltung der Fenster, als auch Bildschirmschoner, Sounds, Mauszeiger, Hintergrundbilder, Schriftarten und diverse weitere Details verändert wurden. Heute sind die Möglichkeiten stark beschränkt worden. Veränderungen müssen meist einzeln von Hand umgesetzt werden.
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