"Mutter Microsoft" ist tot - Miriam Lubow gestorben
Der Softwarekonzern Microsoft steckt mitten in einer Phase des Abschieds vom Althergebrachten. Zum einen muss man sich im Zeitalter des Internets neu orientieren, zum anderen haben einige "alte Hasen" das Unternehmen inzwischen verlassen, darunter auch Microsoft-Gründer Bill Gates.
Die Ära Bill Gates ging in der letzten Woche auch in anderer Hinsicht zu Ende. Nur knapp einen Monat nach dem Abschied von Gates aus dem Alltagsgeschäft, ist in der letzten Woche auch die erste Sekretärin des Unternehmens von uns gegangen. Miriam Lubow, von vielen Mitarbeitern der ersten Stunde liebevoll "Mama" genannt, starb am Dienstag im Alter von 72 Jahren nach einem Krebsleiden.
Lubow war 1977 zu Microsoft gekommen, als das damals noch junge Unternehmen noch in der Wüstenstadt Albuquerque im US-Bundesstaat New-Mexico ansässig war. Damals wusste sie nicht einmal, was Software überhaupt ist. Nach eigener Aussage war sie zudem mehr als überrascht festzustellen, wie jung ihr neuer Chef Bill Gates war.
Lubow wurde schnell zur "Mutter" des Unternehmens. Erst im letzten Monat wurde sie der Öffentlichkeit durch ein Erinnerungsfoto mit den ersten Mitarbeitern von Microsoft noch einmal in Erinnerung gerufen. Nachdem sie im letzten Jahr die Diagnose Krebs erfahren hatte, hatte sie im Rahmen einer "Abschiedstour" den "Microsofties" der ersten Stunde noch einmal einen Besuch abgestattet, darunter auch Bill Gates, Mitgründer Paul Allen und Steve Ballmer.
Bei Microsoft war Lubow anfangs eher das "Mädchen für Alles". So war sie nicht nur dafür zuständig, die Büros in Ordnung zu halten, sondern übernahm schnell auch die Versorgung der Mitarbeiter mit Mahlzeiten. Natürlich war auch Bill Gates keine Ausnahme. Da der junge Firmengründer nie zu Mittag aß, entschied Lubow, dass es jeden Tag Hamburger geben sollte.
Innerhalb von nur einer Woche bei Microsoft war allen Beteiligten klar, dass Lubow die Mutterrolle übernehmen würde. Sie kümmerte sich um all die Dinge, für die "Geeks" bei Microsoft keine Zeit hatten oder die sie einfach vergaßen. All dies brachte ihr den Spitznamen "Mama" ein.
Lubow war 1940 vor den Faschisten aus Italien in die USA geflüchtet. Später kehrte sie zurück, lernte fünf Sprachen und ging letztlich wieder in die USA. 1960 heiratete sie dort ihren Mann Milton. Als das Paar nach Albuquerue umgezogen war, antwortete sie auf eine Zeitungsanzeige, in der die noch junge Firma Microsoft eine Büroleiterin suchte.
Miriam Lubow arbeitet in der Folge über 10 Jahre hinweg immer wieder für Microsoft und zog mit dem Unternehmen nach Seattle um. Obwohl sie zu den Mitarbeitern der ersten Stunde gehörte, wurde sie nie zu einer "Microsoft-Millionärin". Ihr Mann hatte früh entschieden, die Aktien der jungen Firma zu verkaufen.
"Niemand hätte gedacht, dass es so groß werden würde", so Lubow vor einiger Zeit.
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