Schimmel greift Video-Archive zunehmend an

Medien (DVD, Blu-Ray) Archive mit Audio- und Video-Aufnahmen auf Magnetbändern sind von der Zerstörung durch Schimmel bedroht. Der Befall nimmt derzeit in einer alarmierenden Geschwindigkeit zu, so ein britischer Restaurator von VHS-Kassetten. "Für gewöhnlich hatten wir im Jahr ein oder zwei Fälle von Schimmelbefall. Inzwischen sind etwa zehn Prozent aller Aufträge betroffen", sagte Chris Frear, der professionell versucht, die Aufnahmen zu retten, gegenüber der britischen Tageszeitung 'The Guardian'.

Vor allem in Großbritannien breitet sich das Problem aus. Frear macht dafür unter anderem die sehr feuchten Sommer der letzten drei Jahre verantwortlich. "Inzwischen öffnen wir alle Einsendungen in einem separaten Raum und halten sie erst einmal von unseren Wiedergabegeräten fern", so Frear. Die Ausbreitung der Schimmelsporen auf andere Kassetten soll dadurch eingedämmt werden.

Auch im Archiv für Ton-Aufnahmen der British Library kämpft man inzwischen gegen die Ausbreitung des Schimmels an. "Wir nutzen einen Quarantäne-Raum und lassen die Bänder vor der Einlagerung erst sterilisieren", erläuterte Nigel Bewley, leitender Tontechniker in dem Archiv. Die Sporen werden dabei durch Bestrahlung abgetötet.

Basis für die Ausbreitung der Schimmelpilze ist das Material der Magnetbänder. Diese bestehen aus Zellulose, die mit Eisenoxyd beschichtet ist. Moderne Konservierungsmethoden verhinderten bisher zwar, dass die Bänder durch Austrocknung spröde werden, dem Pilzbefall konnte man allerdings bisher nichts dauerhaftes entgegensetzen.
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